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Wechsel von SBB-Linien zur BLS

SEV schaut genau hin

Der SEV erhielt am 3. Oktober von der SBB weitere Infos zur Abtretung der IR-Linien Bern–Biel (Ende 2019) sowie Bern–Olten und Bern–Neuchâtel–La Chaux-de-Fonds (Ende 2020) an die BLS.

Die SBB will sich an folgende Grundsätze halten: kein Personalabbau; Betroffene können weiterhin bei der SBB arbeiten; Veränderungen im Rahmen des GAV; bei Arbeitsortwechseln sucht die SBB mit den Betroffenen das Gespräch und strebt eine «adäquate» Lösung an. Folgende Berufe sind betroffen:

  • Lokpersonal: Leistungsabbau im Umfang von 43 Stellen in Bern, Biel, La Chaux-de-Fonds, Olten und Neuchâtel (siehe Artikel «Das Lokpersonal ist besorgt» in der SEV-Zeitung vom 26. September). Die Kompensation erfolgt in jedem Depot mit einem etwas anderen Mix von Massnahmen: Abbau angehäufter Arbeitszeit, Übernahme von Leistungen anderer Depots, «natürliche Fluktuation» (Pensionierungen und weitere Austritte), Stages, definitive Wechsel in andere Depots, Teilzeitarbeit, unbezahlte Urlaube usw. Aktuell hat die SBB einen Unterbestand an Lokführern.
  • Fünf Kundenberater/innen in Lyss: Sie verlieren per 30. April 2020 ihre Stelle, weil ihr Reisezentrum an die BLS übergeht, wovon sie leider aus den Medien erfuhren… Die SBB hat ihnen nach Gesprächen ein Stellenangebot gemacht. Sie sichert ihnen zu, dass die Anstellungsbedingungen bis auf den Arbeitsort unverändert bleiben, und will sie «im Veränderungsprozess unterstützen». Falls sie sich bei der BLS bewerben, ist zu hoffen, dass diese ihnen eine Chance gibt.
  • Rangier- und Cleaningpersonal: In Bern und Biel werden 2020 und 2021 einige Stellen wegfallen, falls die BLS von der SBB keine Leistungen einkauft. «Für das SBB-Personal hoffen wir, dass dies der Fall ist, doch gilt es auch auf das BLS-Personal Rücksicht zu nehmen», sagt SEV-Gewerkschaftssekretär Jürg Hurni. «Wir stehen den Mitgliedern bei Problemen zur Seite.» Leidtragende werden vor allem Temporärmitarbeitende sein, denn solchen wird die SBB kündigen, falls es trotz «natürlicher Fluktuation» einen Personalüberbestand gibt.
  • Kundenbegleiter/innen: Wegfallende Leistungen bei der Stichkontrolle werden durch solche im Fernverkehr kompensiert.

Markus Fischer

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