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Trotz fehlender Diskussionsbereitschaft

Akzeptables Lohnverhandlungsresultat bei BLS

Die BLS hat am 17. September ihr Personal darüber informiert, wie sie Leistungskürzungen bei der Pensionskasse abfedern will. Diese resultieren aus dem Beschluss des Stiftungsrats der Pensionskasse Symova, den technischen Zinssatz und die Umwandlungssätze zu reduzieren. Der SEV begrüsst die vorgestellten Massnahmen grundsätzlich, denn sie erlauben es, das Rentenniveau bestmöglich zu halten.

So hat die BLS-Vorsorgekommission beschlossen, für Mitarbeitende ab 55 Jahren die Einbussen mit Einmaleinlagen per Stichtag 1. Januar 2022 grundsätzlich zu 100 Prozent abzufedern. Ab Alter 54 erfolgt eine lineare Kürzung der Einlagen um vier Prozent pro Altersjahr. Mitarbeitende unter 30 Jahren erhalten entsprechend keine Einlage mehr.

Das Massnahmenpaket sieht ausserdem vor, dass die Beiträge an die Pensionskasse ab dem 1.1.2022 für 20- bis 44-Jährige um ein Prozent und für 45- bis 65-Jährige um zwei Prozent ansteigen. Dafür beträgt der Anteil der Mitarbeitenden an den PK-Sparbeiträgen neu für alle Alterskategorien 40 Prozent, derjenige der BLS liegt bei 60 Prozent. Der SEV wertet diese Massnahme positiv, denn sie hat für Mitarbeitende bis 55 Jahre trotz steigenden Beiträgen eine Nettolohnerhöhung zur Folge. Damit werden insbesondere auch die jüngeren Mitarbeitenden entlastet.

Vor vollendete Tatsachen gestellt

Der SEV ist trotz akzeptablem Resultat aber nicht einverstanden mit dem Vorgehen der BLS in diesen Verhandlungen. Die Verhandlungsgemeinschaft (VG) der Gewerkschaften und Personalverbände zeigte sich sehr flexibel und nahm im Juli 2020 kurzfristig an zwei Verhandlungsrunden teil. Die BLS war dann aber nicht ansatzweise bereit, über ihr Angebot zu diskutieren. Auf verschiedenste Vorschläge seitens VG ging sie nicht ein, weder an den Verhandlungen selber, noch im Nachgang aufgrund einer schriftlichen Intervention bei der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat der BLS. So wollte die BLS beispielsweise nicht einmal über eine kleine finanzielle Anerkennung für den grossen Einsatz des Personals unter den sehr schwierigen Bedingungen in diesem Jahr verhandeln. Dass der VG schliesslich faktisch gedroht wurde, dem Angebot der BLS zuzustimmen, weil die neue Beitragsaufteilung sonst für die nächsten Jahre vom Tisch wäre, entspricht in keiner Weise unserer Vorstellung von einer funktionierenden Sozialpartnerschaft. Der SEV hält denn auch fest, dass trotz vorliegendem Lohnabschluss über zwei Jahre Forderungen seitens unserer Mitgliedschaft gestellt werden können. Er hat ein Gespräch mit der Geschäftsleitung und einer Vertretung seitens Verwaltungsrat verlangt, um die künftige Ausgestaltung der Sozialpartnerschaft zu klären.

Vor dem aktuellen Hintergrund – den Vorwürfen in Bezug auf zu viel bezogene Subventionen, dem Abgang des BLS-CEOs im Zuge dieser Geschichte und nicht zuletzt mit der im Raum stehenden Lohnfortzahlung von über einer halben Million Franken – bleibt an dieser Geschichte umso mehr ein bitterer Nachgeschmack hängen.

Chantal Fischer

Kommentare

  • Kurz Andres

    Kurz Andres26/09/2020 14:31:34

    Als die RM zur BLS kam hatten wir einen Deckungsgrad von ca. 123,4 %
    Jedes Jahr erhielten die Pensionierten die Teuerung.
    Seit 2008 erhalte ich keinen Rappen Teuerung, obschon wir einen sehr guten
    Deckungsgrad hatten. Danke dem SEV, dass er sich stark für die Personalwünsche einsetzt!

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