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Dem neuen BLS-CEO auf den Zahn gefühlt

Nachdem Daniel Schafer im Dezember vergangenen Jahres seine 100 Tage-Bilanz in den Medien zog, konnte der SEV Anfang Januar in einem ersten virtuellen Sozialpartneraustausch dem neuen CEO der BLS auf den Zahn fühlen. Seitens BLS mit dabei war auch Leiter Personal Horst Johner.

Der Austausch verlief grundsätzlich konstruktiv und auf Augenhöhe. Der SEV nutzte die Gelegenheit, um seine Erwartungen an das Unternehmen aufzuzeigen. Positiv anzumerken ist aus SEV-Sicht insbesondere auch, dass Daniel Schafer bei seinen zahlreichen Kontakten zum BLS-Personal in den letzten Monaten eine grosse Loyalität feststellen konnte, trotz der Ungereimtheiten im Zuge der Subventionsaffäre, die auch an den Mitarbeitenden nicht spurlos vorbeigegangen sind. Er betonte beim Treffen, dass er dieser Loyalität Sorge tragen wird.

Auch wir spüren dies bei unseren Mitgliedern in der BLS: Es besteht ein gewisser Berufsstolz. Der SEV – mit Vizepräsident Christian Fankhauser, Gewerkschaftssekretärin Katrin Leuenberger und Gewerkschaftssekretär Michael Buletti – konnte diesbezüglich aufzeigen, dass er innerhalb der BLS über einen hohen Organisationsgrad verfügt und dass es in der gewerkschaftlichen Arbeit die breite Basis ist, sprich die Mitglieder, die per Mandat das Sagen haben.

Daniel Schafer wiederholte, was er bereits vor den Medien auch festgehalten hatte: In Bezug auf die Fernverkehrskonzession stützt er klar den bisherigen Kurs der Kooperation statt der Konkurrenz, denn die bringe niemandem etwas. Oberstes Ziel müsse sein, mehr Kunden in das System öV zu bringen, und dafür müssten alle Unternehmen an einem Strang ziehen.

Für den SEV ist hier spürbar, dass mit dem Wechsel an der Spitze der BLS ein Kurswechsel stattgefunden hat. Schafer betonte zudem, dass ein Unternehmen wie die BLS sicher nicht wie ein börsenkotiertes Privatunternehmen zu führen sei.

Babyboomer gehen in Pension: eine Riesen-Herausforderung

Angesprochen auf die Problematik des Personalmangels bestätigte Personalchef Johner die Herausforderung, die mit der bevorstehenden Pensionierung der Babyboomer-Generation ansteht: Innerhalb der nächsten acht bis zehn Jahre wird die BLS rund 60 Prozent ihrer Belegschaft zu ersetzen haben. Das Unternehmen reagiere darauf mit einem neu zusammengestellten Team, das nun Ziele zum Thema Diversität und Inklusion definieren wird. Damit sollen in der Rekrutierung künftig unterschiedliche Bevölkerungsgruppen angesprochen und für die BLS gewonnen werden.

Der SEV geht zuversichtlich aus diesem ersten Austausch und wird die weitere Entwicklung bei der BLS gewohnt kritisch weiterverfolgen und begleiten.

Chantal Fischer

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