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Daniela Lehmann antwortet

Welche Zukunft für den Güterverkehr?

(pixabay)

Der Ständerat hat das Postulat «Zukunft des Güterverkehrs» angenommen, das dem Bundesrat viele Fragen stellt und von ihm einen Bericht bis spätestens Ende des ersten Quartals 2022 verlangt. Wie steht der SEV dazu?

Grundsätzlich ist es zu begrüssen, dass der Bundesrat den Auftrag erhält einen Bericht zur zukünftigen Ausrichtung der Schienengüterverkehrs-Politik vorzulegen. Es wäre allerdings sinnvoll, die Fragen der Verkehrs-kommission unter der Prämisse eines ambitionierten Ziels für die Verlagerung von der Strasse zur Schiene zu betrachten.

Nimmt man den erneuten Warnruf des Weltklimarates ernst, nämlich schnell und mit vereinten Kräften dem Klimawandel zu begegnen, dann braucht es auch im Güterverkehr ein Verlagerungsziel. Deswegen ist es nicht nur für den SEV klar, dass wir es schaffen müssen, den Anteil der Schiene am Gesamtverkehr im Import-, Export- und Binnengüterverkehr bis 2050 zu verdoppeln.

Nur wenn sich der Fokus beim Güterverkehr weg von der gesetzlich vorgegebenen Eigenwirtschaftlichkeit hin zum grösstmöglichen Schienenanteil bewegt, kommt beim Güterverkehr ernsthaft etwas in Bewegung. Erst dann wird man sich nicht mehr die Frage stellen, wie viele Bedienpunkte noch geschlossen werden müssen, damit der Güterverkehr auf der Schiene schwarze Zahlen schreibt. Stattdessen können wir uns darauf konzentrieren nach Massnahmen zu suchen, welche das Volumen auf der Schiene spürbar zu steigern vermögen.

Die Annäherung an einen zukunftsträchtigen Schienengüterverkehr muss über die Annahme geschehen, dass wir eine angemessene und flächendeckende Grundversorgung mit Güterverkehr auf der Schiene brauchen. So wird der Güterverkehr zu einem Teil des Service public und erhält damit (wenn nötig) ein Anrecht auf öffentliche Unterstützung.

Daniela Lehmann ist Koordinatorin Verkehrspolitik im SEV. Hast du eine Frage an den SEV, dann schreib uns an zeitung@sev-online.