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Das BLS-Personal erbringt 2025 erneut Bestleistungen

Für den SEV ist klar: Eine Stärkung des Schienengüterverkehrs wird nur mit dem Personal gelingen. Gute Arbeitsbedingungen, ausreichende Qualifikationen und hohe Sicherheitsstandards sind zentrale Voraussetzungen für einen zuverlässigen Bahnbetrieb.

Das BLS-Personal hat im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass die Rekordzahl von 73,4 Mio. Fahrgästen sicher und pünktlich ans Ziel gekommen sind.

Verglichen mit dem Vorjahr reisten in den BLS-Zügen 2,9 % mehr Fahrgäste, auf den BLS-Schiffen sogar 7,8 %. Durch den Spardruck im regionalen Personenverkehr und durch die Baisse von BLS Cargo – unter anderem durchs vorzeitige Aus der Rollenden Landstrasse verursacht – weist der BLS-Konzern einen Verlust von 10,3 Mio. Franken aus. Nach zwei Jahren mit je über 20 Mio. Franken Konzerngewinnen unschön, aber verkraftbar. Damit das BLS-Personal weiterhin motiviert bleibt und Höchstleistungen erbringen kann, wird der SEV für die Lohnrunde im Herbst entsprechende Forderungen stellen. Gleichzeitig sind Korrekturen im Schienengüterverkehr nötig.

Verlagerung sichern – nicht auf Kosten des Personals

Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene darf nicht weiter abnehmen. Werden immer mehr Transporte auf die Strasse rückverlagert, droht nicht nur das Verkehrssystem punktuell zu kollabieren, was die Versorgungssicherheit und die Stabilität von Logistikketten gefährdet, sondern es können weder die Umweltziele erreicht noch die Verlagerungsziele der Alpeninitiative endlich umgesetzt werden.

Aktuell herrscht im Güterverkehr eine Verlagerungskrise – in der Schweiz und in ganz Europa! Die Politik ist gefordert, hier rasch wirksame Lösungen zu finden, denn nur wenn es gelingt, die nördlichen Zulaufstrecken soweit zu modernisieren, dass ein zuverlässiger stabiler Betrieb gewährleistet ist und der strukturelle Kostennachteil des Schienengüterverkehrs dadurch deutlich sinkt, lässt sich die Rückverlagerung stoppen.

Für den SEV ist klar: Eine Stärkung des Schienengüterverkehrs wird nur mit dem Personal gelingen. Gute Arbeitsbedingungen, ausreichende Qualifikationen und hohe Sicherheitsstandards sind zentrale Voraussetzungen für einen zuverlässigen Bahnbetrieb. Versuche, über Deregulierung, steigenden Druck auf das Personal oder abgesenkte Anforderungen kurzfristige Wettbewerbsvorteile gegenüber der Strasse zu erzielen, gehen in die falsche Richtung. Sie lösen die strukturellen Probleme des Güterverkehrs nicht, sondern verschärfen sie langfristig. «Wer die Verlagerung ernst meint, muss in die Schiene investieren – nicht beim Personal sparen», sagt Barbara Keller, Vizepräsidentin SEV.

Der SEV fordert Rahmenbedingungen, die die Schiene stärken: mit leistungsfähiger Infrastruktur, verlässlichen Angeboten und gut ausgebildetem Personal. Nur so kann Vertrauen zurückgewonnen und die Verlagerung nachhaltig wieder auf Kurs gebracht werden.

Gemeinsam mit der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) wollen wir den Schienengüterverkehr zusätzlich auf europäischer Ebene stärken. Die ETF hat dafür die Kampagne #SaveRailFreight lanciert. Sie bündelt die Forderungen der europäischen Eisenbahngewerkschaften für mehr öffentliche Investitionen und den Erhalt eines leistungsfähigen Schienengüterverkehrs. Ziel ist es, den Schienengüterverkehr als öffentliche Dienstleistung von allgemeinem Interesse zu sichern und weitere Verlagerungen auf die Strasse zu verhindern.

Für Auskünfte stehen zur Verfügung:

Barbara Keller, Vizepräsident SEV,


Katrin Leuenberger, Gewerkschaftssekretärin SEV,

Nein zu Englisch als Betriebssprache

Der SEV lehnt Englisch als einheitliche Betriebssprache im internationalen Bahnverkehr ab. Der Vorschlag von BLS Cargo zielt darauf ab, Personal ohne Kenntnisse einer Landessprache einzusetzen und führt zu erhöhtem Druck auf Löhne und Arbeitsbedingungen im Güterverkehr.

Aus Sicht des SEV verkennt dieser Ansatz jedoch die betrieblichen Realitäten: Im Bahnbetrieb ist eine präzise, sichere und jederzeit verständliche Kommunikation zentral – insbesondere in Störfällen, bei Rangierarbeiten oder in Notlagen, wo auch externe Einsatzkräfte eingebunden sind. Die Verwendung einer Fremdsprache auf allgemeinem Niveau erhöht hier das Risiko von Missverständnissen erheblich. Bewährt hat sich die Kommunikation in der jeweiligen Landessprache, in der auch Vorschriften, Kommunikation und Notfallprozesse verankert sind. Eine Absenkung der Sprachanforderungen zugunsten von Englisch auf der Schiene in der Schweiz würde die Sicherheit und die Qualität im Bahnbetrieb schwächen, ohne die strukturellen Probleme des Güterverkehrs zu lösen.

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