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Die Angestellten von Railcare in der Romandie wollen sich vereinen – um schlagkräftiger zu werden

Unzufriedenheit und Mobilisierung

Die ersten vom SEV organisierten Versammlungen des Railcare-Personals haben am 21.November stattgefunden. Teilgenommen haben rund 15 LKW-Chauffeure, Lokomotivführer und Rangiermit- arbeiter . Sie sind unzufrieden über einen kürzlichen Entschluss ihrer Direktion.

Für das Railcare-Personal ist der Himmel zur Zeit nicht so blau…

Der SEV, der von einem Mitglied in dieser Sache angegangen worden war, hat die Versammlungen einberufen, um ein spezifisches Problem anpacken zu können. Die Verbindung zwischen SEV und Railcare ist klar: Lastwagen- und Schienenlogistik sind integrale Teile des Güterverkehrs. Deshalb wollen sich viele Angestellte von Railcare gewerkschaftlich dem SEV anschliessen, um von den spezifischen Kenntnissen seiner Gewerkschaftssekretär/innen profitieren zu können, die das Umfeld kennen, in dem das Unternehmen arbeitet. Zu Beginn der Versammlung stellte SEV-Gewerkschaftssekretär Christian Fankhauser den SEV und seine Arbeitsweise vor. Jean-Pierre Etique, auch er Gewerkschafssekretär, hat die Ergebnisse eines ersten Treffens mit der Direktion der Aclens sowie dem HR-Verantwortlichen des Unternehmens von Mitte November vorgestellt.

Kündigungen und Ankündigungen

Das Personal macht harte Zeiten durch: viele Kündigungen und ungeliebte Entscheide der Direktion. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat ein Pauschalbeitrag für Mahlzeiten von 600 Franken pro Monat, der ab 1. Januar 2017 zu einem Tagesbeitrag von 33 Franken werden sollte. Das führt für einige zu einem Einkommensverlust, vor allem für jene, die mit einer Viertagewoche arbeiten, aber auch für jene, die krank oder aus anderen Gründen abwesend sind. Als Erklärung für die Änderung wird angeführt, dass die Steuerbehörden von Solothurn, wo das Unternehmen seinen juristischen Sitz hat, sich gegen diese Pauschalbeiträge wehren. Deshalb die «Lösung» der Unternehmung, die, obschon sie versprochen hat, dass niemand bei der Geschichte verlieren soll, auch vermeiden will, dass sie höhere Sozialversicherungsbeiträge zu berappen hat.

Ein Verhandlungsmandat

Das Personal möchte, dass die 600 Franken in den Bruttolohn eingebaut werden, ungeachtet des Verwendungszwecks. Man ist sich bewusst, dass der monatlich ausbezahlte Beitrag weniger hoch ausfallen würde, weil auch die Sozialabgaben steigen. Trotzdem hat die Personalversammlung in Denges dem SEV das Mandat zu entsprechenden Verhandlungen übertragen. In den nächsten Tagen wird ein entsprechender Brief an das Unternehmen mit Sitz in Härkingen abgeschickt. Längerfristiges Ziel ist es, eine echte Sozialpartnerschaft zu schaffen und einen FAV zum Schutz der Arbeitnehmenden abzuschliessen. Das Unternehmen muss auch das Arbeitszeitgesetz für diejenigen Angestellten, die diesem unterstellt sind, respektieren. Vorderhand gilt es nur, sicherzustellen, dass die Angestellten den Brief der Unternehmung nicht unterzeichnen, da die Gewerkschaft Verhandlungen aufnimmt.

Henriette Schaffter/pan.

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