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Reorganisation der Rangierbahnhöfe

SEV fordert Perspektiven für alle Rangierbahnhof-Angestellten

Anfang 2015 übernimmt SBB Cargo die Planung und Produktion in den Güterbahnhöfen Limmattal und Lausanne Triage von SBB Infrastruktur, die weiterhin für die Verkehrssteuerung zuständig ist. Alle rund 220 Mitarbeitenden werden von der SBB weiterbeschäftigt, die meisten wechseln zu Cargo. Zudem will die SBB von den heute sieben Rangierbahnhöfen jene in Däniken und Zürich Mülligen schliessen. Der SEV fordert für die Betroffenen sichere Arbeitsplätze und individuell bestmögliche Berufsperspektiven.

Von aktuell sieben Rangierbahnhöfen – Lausanne Triage, Basel, Buchs, Chiasso, Däniken, Limmattal (RBL) und Zürich Mülligen – bleiben nur fünf übrig. In Däniken und Zürich Mülligen soll nicht mehr rangiert werden. «Der genaue Zeitpunkt der Betriebseinstellung wird derzeit abgeklärt», schreibt die SBB in ihrer Medienmitteilung vom 5. Mai. «Sollte auf die Anlagen definitiv verzichtet werden können, wird die SBB alternative Nutzungsmöglichkeiten erarbeiten und wird dazu wie üblich die Kantone und Gemeinden in die Planung einbeziehen. Allen rund 35 Mitarbeitenden in den beiden Rangierbahnhöfen Däniken und Zürich Mülligen unterbreitet die SBB ein Stellenangebot. Die frei werdenden Gleisanlagen … werden bis auf weiteres mehrheitlich für das Abstellen von Fahrzeugen verwendet.»

Tiefgreifende Veränderungen im RBL und in Lausanne Triage

Die beiden Binnen-Rangierbahnhöfe Limmattal und Lausanne Triage werden ab Januar 2015 komplett reorganisiert. Die betroffenen Mitarbeitenden wurden am 3. Mai von der SBB darüber informiert. Damit endete für sie eine Zeit der Ungewissheit, in der sie die grossen Linien des Projektes nur gerüchteweise kannten. Die meisten werden von der Division Infrastruktur, der sie heute angehören, zu SBB Cargo wechseln. Die Grenzrangierbahnhöfe Basel, Chiasso und Buchs sind nicht betroffen.

Im RBL und in Lausanne Triage erbringt SBB Cargo als einzige Nutzerin neu den ganzen Produktionsprozess: vom Abholen der Güterwagen bei Kunden über das Rangieren bis zur Wagenzustellung bei den Empfängern. SBB Infrastruktur ist aber beiderorts weiter für die Verkehrssteuerung zuständig und bleibt für alle Rangierbahnhöfe Ansprechpartnerin der Eisenbahnverkehrsunternehmungen. «Damit bleibt die Diskriminierungsfreiheit gewährleistet», betont die SBB.

Trotz der Schliessung des RB Däniken sollen einige Mitarbeitende an den Standorten Däniken und Olten bleiben können. Die übrigen erhalten eine Stelle im RB Basel.

Alle 220 Mitarbeitenden von RBL und Lausanne Triage werden von der SBB weiterbeschäftigt. 170 wechseln von der Infrastruktur zu Cargo.

Die Rangierangestellten aller Funktionen bis zum operativen Rangierleiter, inklusive solchen mit Fahrkompetenzen, wechseln zur SBB Cargo AG. Sie erhalten damit einen Anstellungsvertrag nach privatem Recht statt wie bisher nach öffentlichem Recht. Die effektiven Unterschiede zwischen den beiden Vertragsarten nehmen tendenziell ab. Bei den GAV-Verhandlungen wird eine Gleichbehandlung der Mitarbeitenden der SBB AG und der SBB Cargo AG angestrebt.

Die Berufsgruppe der Zugverkehrsleiter/innen wird aufgeteilt: Die einen bleiben bei der Division Infrastruktur, die andern wechseln zu SBB Cargo, wo sie künftig etwa in der Produktionslenkung arbeiten oder ein Team leiten werden.

Mitarbeitende im Hausdienst und in der Arbeitsplanung sowie solche, die sich in der Reintegration befinden, bleiben bei SBB Infrastruktur.

Alle Betroffenen brauchen Zukunftsperspektiven

Für den SEV ist der teilweise Wechsel der inländischen Rangierbahnhöfe von SBB Infrastruktur zu SBB Cargo nachvollziehbar. Wichtig ist ihm jedoch, dass die Arbeitsplätze gesichert sind und dass die Reorganisation die Berufsaussichten der Betroffenen nicht verschlechtert, sondern nach Möglichkeit verbessert.

Die Rangierbahnhöfe sind ein wichtiges Element eines funktionstüchtigen Güterverkehrs. Sie sind betrieblich anspruchsvoll und für die Mitarbeitenden sehr intensiv; rangieren ist nach wie vor harte Arbeit.

Der Bund beauftragt die SBB, Rangierbahnhöfe zu betreiben; diese gehören damit zur Grundversorgung der Infrastruktur. Gleichzeitig hat der Bund jedoch auch festgelegt, dass der Wagenladungsverkehr in der Schweiz durch SBB Cargo erfüllt wird – womit SBB Cargo die einzige Kundin der Rangierbahnhöfe im Inland ist.

Deshalb kann der SEV die teilweise Verlagerung von Aufgaben in den Inland-Rangierbahnhöfen zu SBB Cargo nachvollziehen. «Für die Güter-Division bedeutet dies eine durchgehende Verantwortung, was die Abläufe vereinfachen kann», stellt der für SBB Cargo zuständige Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn fest.

Für den SEV ist wichtig, dass das Personal, das vom Divisionswechsel betroffen ist, keine Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen erfährt. «Für die Betroffenen muss jeweils individuell die bestmögliche berufliche Zukunft gefunden werden», betont Gewerkschaftssekretär Urs Huber, zuständig für SBB Infrastruktur. Er gibt zu bedenken, dass viele Betroffene seit Jahrzehnten eine schwere körperliche Arbeit bei jedem Wetter und häufig in der Nacht ausüben.

«Dass der Rangierbahnhof Däniken vorerst weiterbetrieben wird, muss genutzt werden, um für alle Betroffenen noch vor der Schliessung eine Lösung zu finden», ergänzt Urs Huber. «Das muss machbar sein!»

Ein Fragezeichen setzt der SEV zur Idee, ein Konzept mit nur noch zwei Inland-Rangierbahnhöfen umzusetzen: Das muss sich erst noch bewähren.

Philipp Hadorn erwartet, dass die SBB Cargo AG ihren neuen Mitarbeitenden auch Perspektiven bietet: «SBB Cargo muss aufzeigen, wie allenfalls neue Laufbahnmöglichkeiten für das Personal der Rangierbahnhöfe geschaffen werden können!»

Für den SEV ist klar, dass der Wagenladungsverkehr auch in Zukunft eine zentrale Aufgabe von SBB Cargo sein wird. Er hat sich in der Vernehmlassung zum Güterverkehrsgesetz deutlich für eine Verstärkung dieses Bereichs ausgesprochen, um einer Verlagerung auf die Strasse entgegenzuwirken.

Vivian Bologna / Fi

Kommentare

  • seb

    seb11/01/2017 23:38:52

    J'ai l'impression que la suisse va déteindre sur la france, voilà déjà quelques années qu'on a fermé des gares, supprimé ( bêtement des postes ) en promettant monde et merveilles, au fait c'est un merdier sans nom, je déconseille de faire ceci, en plus de passer d'un contrat public a un privé, laisse tomber!!! on a aussi essayé de nous faire croire qu'il n'y avait quasiement plus de différences, mon oeil tient !! franchement à proscrire !! moi qui pensait que la suisse était encore un des rares pays a avoir un chemin de fer potable,apparemment je me trompe !

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