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Strassenlobby zielt ins Leere

Kein Bedarf nach Fernbussen in der Schweiz

Der Vorstoss der Strassenlobby zielt ins Leere: Sie ist mit ihrer Forderung nach Fernbussen in der Schweiz völlig allein. Und dies aus gutem Grund, denn der Bedarf besteht schlicht nicht. Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV fordert die zuständigen Stellen auf, die bisherige erfolgreiche Verkehrspolitik nicht zu untergraben.

Zurzeit machen sich in der Schweizer Verkehrspolitik die Liberalisierer stark bemerkbar. Nachdem das Bundesamt für Verkehr im Sommer seine fragwürdige Strategie publiziert hat, folgt ihm nun die Strassenlobby. Die Forderung nach der Zulassung von Fernbussen schwappt aus Deutschland in die Schweiz über, unbesehen der völlig unterschiedlichen Ausgangslage.

«Das einzigartige Bahnangebot der Schweiz ist der tragende Pfeiler der Verkehrspolitik», hält Giorgio Tuti fest, Präsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV. Mit dem Ja des Schweizer Volks zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur FABI wurde ein klares Zeichen gesetzt, dass die Bahn das zentrale Verkehrsmittel bleiben soll.

Daran gibt es nichts zu rütteln. Fernbusse sind in der Schweiz der Bahn in den zentralen Bereichen unterlegen: Komfort und Geschwindigkeit der Bahn sind nicht zu überbieten. Einzig beim Preis könnten die Busunternehmen eine Konkurrenz aufbauen, doch dies ginge zweifellos zulasten des Personals: In der Busbranche sind Tieflöhne stark verbreitet.

Tuti warnt vor der irrigen Hoffnung, Busse könnten Strecken bedienen, die mit der Bahn wenig attraktiv sind: «Wo es in der Schweiz mit der Bahn schwierig ist, wird kein Bus rentabel betrieben werden können.» Lediglich auf der Gotthardstrecke wären Busse heute schneller als die Bahn, was sich aber in zwei Jahren ändert, wenn der Basistunnel in Betrieb genommen wird. «Es wäre völlig absurd, wenn der Bund ausgerechnet auf dieser Strecke Busse konzessionieren würde, nachdem er gegen 20 Milliarden Franken in die Bahn investiert hat», betont Tuti.

Der SEV kommt deshalb zum Schluss, dass es keinen Grund gibt, von der bewährten, schienenorientierten Verkehrspolitik abzuweichen.

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