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Unfallserie der SBB macht dem Personal Sorgen

Produktivität: Mehr geht nicht

Die Häufung von Unfällen und Störungen auf dem SBB-Netz macht dem Personal grosse Sorgen. Seine Sicherheit hängt ebenfalls von einem unfallfreien Betrieb ab. Der SEV warnt davor, dass die Produktivität bis ans Äusserste gesteigert wird, mehr geht nicht! Ebenfalls weist der SEV auf einen Verlust an Fachwissen hin, da Neuzugänge nicht mehr über das Systemwissen und -denken früherer Generationen verfügen.

Jahr für Jahr weist die SBB in ihrem Geschäftsbericht mit Stolz auf weitere Steigerungen der Produktivität hin. Doch für die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV ist nun die Limite erreicht: Eine weitere Steigerung liegt nicht mehr drin, ohne die Sicherheit zu gefährden. „Wir haben diese Programme mitgetragen, so lange die Gesundheit des Personals und die Sicherheit des Betriebs nicht in Frage gestellt wurden. Nun sind wir am Punkt angelangt, wo dies zu kippen droht“, hält SEV-Präsident Giorgio Tuti fest.

Er warnt im weitern vor einem Verlust an Fachwissen: „Die Leute, die heute die SBB verlassen, insbesondere durch Pensionierung, verfügen über einen grossen Hintergrund an Wissen über das Gesamtsystem Bahn; das ist bei vielen Leuten, die neu eingestellt werden, nicht mehr vorhanden und wird auch nicht aufgebaut.“ Der SEV fordert deshalb eine aktive Schulung des eintretenden Personals auf Kenntnisse des Gesamtsystems, um die Zusammenhänge und Abhängigkeiten in seiner Arbeit berücksichtigen zu können.

Dennoch hält der SEV klar fest, dass er das hohe Sicherheitsniveau der SBB würdigt. Die Bahnen sind bei weitem das sicherste Verkehrssystem der Schweiz. Das entbindet aber die SBB nicht davon, laufend Verbesserungen bei der Sicherheit vorzunehmen, zum Wohl der Passagiere und des Personals. In diesem Zusammenhang arbeitet der SEV weiter an der Erstellung einer Liste von potenziell gefährlichen Stellen auf dem Netz, die er im Verlauf des Frühlings präsentieren wird.

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