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Tödlicher Arbeitsunfall bei der SBB

SBB lenkt von den eigentlichen Problemen ab

Kolleginnen und Kollegen des verunfallten Zugbegleiters an der Gedenkminute im Zürcher Hauptbahnhof am 9. August 2019.

In einem Interview mit Tele M1 wirft Linus Looser den Zugbegleitern vor, sich nicht korrekt an den Abfertigungsprozess zu halten. Diese Aussage der SBB-Führung ist ein Schlag ins Gesicht aller Zugbegleiter/innen.

In einem Interview mit Tele M1 kritisiert Linus Looser, Leiter Bahnproduktion SBB, dass sich Mitarbeitende nicht immer an den vereinbarten Abfertigungsprozess halten. Dieser Vorwurf der SBB-Führung, der eine Mitschuld am Unfall suggeriert, ist respektlos und ein Schlag ins Gesicht aller Zugbegleiter/innen.

Zudem lenkt die SBB mit dieser Aussage vom eigentlichen Problem ab. Dass der Klemmschutz nicht funktioniert hat, ist ganz klar ein technisches Problem, das seine Ursache auch im Unterhalt hat.

Wir müssen davon ausgehen, dass das Personal im Unterhalt am Anschlag läuft. Wegen des Personalmangels und der Sparwut des Managements haben die Mitarbeitenden im Unterhalt immer weniger Zeit zur Verfügung, ihre Arbeit zu erledigen. Dazu hat auch die Reorganisation «Neue Berufsbilder ZBS» beigetragen.

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