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Sicher ist sicher

Sicherheit ist uns wichtig. Wir kaufen keine Geräte, von denen wir wissen, dass sie nicht sicher funktionieren. Beim Auto nehmen wir lieber eines, das uns mehr Sicherheit im Strassenverkehr gibt, und wenn wir ganz sicher gehen wollen, dann suchen wir uns auch eine entsprechende Versicherung. Bei der Arbeit scheint es aber irgendwie doch etwas anders...

Es ist unglaublich mühsam, dass die Brandschutztüre immer zugeht, kaum ist man durch. Also lässt Marta sie offen. Dann brennt es. Der Handschutz an der Maschine muss man jedes Mal hochklappen, um die Maschine bedienen zu können. Also arretiert man das Ding. Und leider fehlen Max jetzt zwei Finger.

Brandschutzbestimmungen sollen helfen, das Gebäude bzw. den Betrieb im Brandfall vor einem noch grösseren Schaden zu bewahren. Eine offene Brandschutztüre ist somit ein Verstoss, der im Falle eines Brandes durchaus strafrechtlich untersucht werden kann. Marta hat die Brandschutztüre offen gelassen, aber von Seiten Arbeitgeber hat keiner darauf reagiert. Das Arbeitsgesetz definiert die Pflichten der beiden Seiten. Arbeitnehmende haben sich an die geltenden Bestimmungen zu halten und der Arbeitgeber hat für die Einhaltung zu sorgen. Aber auch dafür, dass die entsprechenden Schutzeinrichtungen, Schutzkleider und weitere Schutzmaterialien vorhanden sind. Die Brandschutzvorschriften regeln unter anderem auch den Standort und die Beschaffenheit von Brandschutztüren, sowie deren Benützung.

Mechanische oder technische Schutzvorrichtungen an Maschinen dienen dem sicheren Betrieb. Wird bei einem Unfall festgestellt, dass Schutzvorrichtungen manipuliert worden sind, führt dies bis hin zur vollständigen Leistungseinstellung. Die Suva gibt zum Thema Arbeitssicherheit in vielen Bereichen entsprechende Informationsmaterialien heraus. Das Produkteblatt bzw. die technischen Handbücher enthalten Hinweise und Bestimmungen für den sichereren Betrieb.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer, aber auch Produzenten sind nicht nur in der Pflicht, sondern von Gesetzes wegen verpflichtet, die Sicherheit ernst zu nehmen. Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass die Sicherheitseinrichtungen vorhanden sind und auch eingesetzt werden. Arbeitnehmende müssen diese benützen und einhalten bzw. dürfen sie nicht überbrücken, und Produzenten müssen für sichere Produkte sorgen. Je nach Branche, Produkt und Markt sind andere Regelwerke zu beachten.

Etwas ist nicht einfach sicher, weil nichts passiert ist. Sicherheit geht alle an, und deshalb gibt es auch so viele Vorschriften dazu. Bei der Sicherheit dürfen wir keine Kompromisse machen. Wir wissen warum.

Rechtsschutzteam SEV

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