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Delegiertenversammlung des Unterverbandes VPT

Kennwort: Mitmachen

Das ist etwas Schönes, wirklich Schönes beim VPT: der Hang zur Auseinandersetzung, zur Diskussion und zur offenen Begegnung ohne Vorurteile. Es kamen zahlreiche Themen auf den Tisch, von dringenden gewerkschaftlichen Anliegen über interne Reformen (VPT-Tagungen) bis zur Digitalisierung.

Die Delegierten sind aufmerksam und machen mit, SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger beobachtet interessiert das Geschehen.

Die Versammlung begann mit der Erinnerung an eine Person mit dem Herzen eines Löwen, das viel zu früh von einer Krankheit bezwungen wurde; Tagespräsident Peter Bernet erinnerte an Andrea Sabetti, der sich mit viel Mut und Engagement für die Sache der Gewerkschaften eingesetzt hat. Die Stimmen zahlreicher Delegierter bezeugten, dass die Bedeutung der Gewerkschaft und der gewerkschaftlichen Kämpfe beim VPT tief verwurzelt ist. Vincent Leggiero (TPG), Luca Madonna (Schifffahrt Lago Maggiore) und Enzo Verme (VMCV) haben an wichtige Kämpfe erinnert. Es sind drei verschiedene Geschichten, aber mit einem gemeinsamen Nenner: das gewerkschaftliche Handeln, um sowohl das Personal als auch die Arbeitsbedingungen zu verteidigen. «Und auch das genügt noch nicht, denn die Vereinbarungen sind nur ein Stück Papier, wenn wir die Umsetzung nicht überwachen», betonte Vincent Leggiero.

Die Gewerkschaft muss also die Augen immer offen halten. Das weiss Zentralpräsident Gilbert D’Alessandro bestens; er sprach über die Herausforderungen in verschiedenen Bereichen des VPT und im Service public. Vor allem der Service public: «Die neue Philosophie des Bundesamts für Verkehr ist klar: Neoliberalismus und Wettbewerb um jeden Preis. Da spielen die Auswirkungen auf die Qualität der Leistungen und die Arbeitsbedingungen keine Rolle. Die Entscheide zu den Fernbussen und zum Schienenfernverkehr sind tückisch, denn sie stellen das System des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz in Frage». Genau solche Veränderungen erfordern eine höhere Präsenz der Gewerkschaft, findet Gilbert D’Alessandro: «Deshalb haben wir entschieden, dass wir die Teilnahme vereinfachen und möglichst viele Personen zu unseren Sektorkonferenzen einladen».

Alle diese Sektoren beobachten mit Spannung die laufenden Verhandlungen zur Erneuerung des GAV SBB/SBB Cargo. Vizepräsidentin Barbara Spalinger erläutert: «Dieser GAV ist auch für die KTU wichtig, denn er ist die Referenzgrösse. Wir feiern dieses Jahr 100 Jahre Landesstreik und erinnern uns damit an den Wert des Kampfs. Denn wie unser Slogan sagt, der GAV fällt nicht vom Himmel». Es gibt noch ein anderes Feld, auf dem es bereit zu sein gilt: die Digitalisierung, ein Thema, das Barbara Spalinger bestens kennt: «Wir wollen nicht, dass das Personal den Preis für die Digitalisierung bezahlt; diese bringt unausweichlich grosse Veränderungen bei der Arbeit und deren Organisation. Für den SEV ist klar, die Digitalisierung muss auch für die Beschäftigten eine Chance darstellen und einen Gewinn bringen». Es folgen zwei Sätze zur Revision des AZG (die bereit ist für die Behandlung in den eidgenössischen Räten) und der AZGV, die derzeit im Nationalrat diskutiert wird. Nicht zu vergessen ist auch, dass in Zusammenarbeit mit dem Verband öffentlicher Verkehr ein Projekt zur Schaffung einer Zentrale für Aggressionen gegen das Personal besteht.

Françoise Gehring / pmo


Reform der VPT-Herbsttagungen

Wenn gesagt wird, dass für den VPT das Mitmachen am Anfang jeder gewerkschaftlichen Aktion steht, darf man nie vergessen, welches die besten Mittel zum Wachsen sind. Das Format der VPT-Tagungen, das heute vor allem den Austausch über die Gene- rationen und das Zusammengehörigkeitsgefühl för- dert, wird überarbeitet mit dem Ziel, wieder mehr Interesse zu wecken. Die Debatte ist lanciert. Als erste klare Aussage steht fest, dass ein kämpferisches und politisches gewerkschaftliches Element nicht fehlen darf, ohne dass die Geselligkeit verloren geht. Zweitens soll auch der Austausch über die Generationen ihren Wert beibehalten. Die Diskussionsrunden scheinen sich hingegen erschöpft zu haben, und es müssen neue Formen gesucht werden. Schliesslich wird auch über die passende Zeit und ein kulturelles Element diskutiert.

frg/pmo

Interna

Mitgliederwerbung

René Schnegg vom Zentralausschuss VPT hat das Dossier Mitgliederwerbung übernommen und ist voller Energie und Ideen. Er hat attraktive und nützliche neue Werbemittel produziert. Ende 2017 hatte der VPT 10435 Mitglieder.

Resolutionen

Die DV verabschiedete einstimmig zwei Resolutionen: die eine verurteilt die überzogenen For- derungen der SBB im Rahmen der GAV-Verhandlungen, die andere fordert die Schaffung eines GAV für Fernbusse und verurteilt gleichzeitig die neo- liberale Politik des Bundesamts für Verkehr.

Verabschiedungen

Der VPT verabschiedete sich von SEV-Gewerkschaftssekretär Roman Gugger und von den Kollegen Michel Jaberg und Ueli Müller, mit grossem Dank für ihre Arbeit in den verschiedenen Funktionen.

Besonderer Dank

Mit besonderer Zuneigung ehrte der VPT die Empfangsdame des SEV, Marisa Filippi, die das Ge- sicht und das Lächeln des Zen- tralsekretariats ist. Gewürdigt wurden auch die Übersetzerinnen und Übersetzer, die für das gewerkschaftliche Leben so unentbehrlich sind. (Danke! Anm. d. Übs.)

frg

Kommentare

  • Hutter Theo

    Hutter Theo 03/06/2018 21:43:19

    Guten Tag liebe VPTler. Ich bin ein langjähriger Teilnehmer der VPT-Tagungen. Wenn man da so in den Saal schaut, fast lauter graue Köpfe. Die behandelnden Themen sind vorwiegend an die "Aktiven" gerichtet. Die Teilnehmer fast alles Pensionierte.
    Hört doch auf soviel Aufwand und soviel Geld zu verschwenden. Macht doch besser für die Pensionierten einen gemütlichen Nachmittag mit Unterhaltung und Wurst und Brot.
    Das käme gut an, und ihr müsstet nicht noch euren Samstag oder Sonntag opfern. Dieser Anlass könnte unter der Woche durchgeführt werden. Denkt doch darüber nach.
    Es grüsst euch

    Theo Hutter
    Ehemaliger Präsident der Sektion RTB

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