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Besorgnis erregende Entwicklung bei BLS

SEV gegen Kündigungen bei BLS

Das Sparprogramm der BLS bereitet dem SEV grosse Sorgen. Er erwartet, dass der Stellenabbau ohne Kündigung realisiert wird und sagt seinen betroffenen Mitgliedern Unterstützung zu.

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV kritisiert, dass sich die BLS übereilt in dieses Sparprogramm stürzt. „Die BLS handelt wie ein Huhn ohne Kopf“, kommentiert der zuständige Gewerkschaftssekretär Jérôme Hayoz. Das Programm erwecke den Eindruck, als habe die BLS jahrzehntelang über ihre Verhältnisse gelebt. Tatsache ist aber, dass das Personal der BLS seit längerer Zeit eher zu viel als zu wenig arbeiten muss. Der SEV wird der BLS weitere Fragen stellen, insbesondere zum unausgereiften Projekt der Bahnproduktion und zur Zukunft der Instandhaltung.

Befremdet ist der SEV zudem darüber, dass die Bezüge der Geschäftsleitung in den letzten Jahren unverhältnismässig angestiegen sind. Er erwartet, dass die Geschäftsleitung ihre Löhne aufs Niveau vor dem Antritt von Bernard Guillelmon als oberster Chef zurückfährt.

Seit die BLS ihr Sparprogramm angekündigt hat, steht die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV im Gespräch mit dem Unternehmen, um die Auswirkungen aufs Personal abzufedern. Der SEV begrüsst, dass ein grosser Teil des Abbaus durch die natürliche Fluktuation vollzogen werden kann. „Für die verbleibenden Stellen erwarten wir interne Lösungen ohne Kündigungen“, betont SEV-Präsident Giorgio Tuti.

Der SEV steht im ständigen Kontakt mit den gewerkschaftlichen Vertrauensleuten bei der BLS. Das Personal äussert seine Verunsicherung ob der drohenden Entwicklung. Die Aussicht auf weitere Abbauschritte in den Folgejahren verstärkt die Beunruhigung. Die BLS muss weiter denken als diese Abbauprogramme, um ihr wirtschaftliches Gleichgewicht zu finden.

Der SEV fordert zudem die politischen Instanzen des Kantons Bern auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Es geht nicht, dass der Kanton sich bei seiner eigenen Bahn aus der Verantwortung stiehlt und Mittel kürzt, gleichzeitig aber zunehmende Leistungen verlangt.

Der SEV steht seinen Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite. Er bietet Beratung und bei Bedarf auch Rechtsschutz an. Die erste Verantwortung liegt aber beim Unternehmen, das für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die nötigen Massnahmen und Weiterbildungen anbieten muss, um sie für neue Aufgaben zu qualifizieren, wenn ihre bisherige Stelle aufgehoben wird.

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