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Altersvorsorge

Alle nach Bern am 18. September

Der SEV und der Schweizerische Gewerkschaftsbund rufen auf den 18. September zu einer Kundgebung in Bern auf. Im Mittelpunkt steht ein Thema, das uns alle betrifft: die Altersvorsorge. Machen wir gemeinsam Druck – stehen wir zusammen! Reserviert euch den 18. September. Giorgio Tuti erklärt, weshalb diese Mobilisierung so wichtig ist.

Gehen wir am 18. September auf die Strasse – wie Giorgio Tuti und StefanBruderer 2019 in Brüssel.

Für die Gewerkschaften ist die Mobilisierung für den 18. September auf verschiedenen Ebenen von grosser Bedeutung, wie Giorgio Tuti betont, Präsident des SEV und Vizepräsident des SGB. «Seit Monaten konnten wir keine richtige Kundgebung mehr durchführen. Natürlich unter dem Vorbehalt der Corona-Entwicklung wird es uns am 18. September möglich sein, tausende von Menschen auf dem Bundesplatz zusammenzubringen!»

Ein Tag für die Renten

Über diese symbolische Bedeutung hinaus widmet sich die Kundgebung einem Thema, das alle Gewerkschaften verbindet. «Es gibt so viele Angriffe auf die Renten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das Datum des 18. September wurde deshalb nicht zufällig gewählt», ergänzt Tuti. «Es liegt mitten in der Herbstsession der eidgenössischen Räte, in der wichtige Entscheide fallen.»

Auf dem Programm steht die Reform «AHV21». Das Paket ist in seiner heutigen Form für die Linke und die Gewerkschaften untragbar, und sie haben bereits das Referendum dagegen angekündigt. «Unter dem Vorwand der Gleichstellung soll die Reform das Rentenalter der Frauen um ein Jahr erhöhen. Das ist der Gipfel – von Lohngleichheit keine Spur!»

Gegen die Erhöhung des Frauenrentenalters verbünden sich die Gewerkschaften und die Frauenbewegung. Diese wird am 18. September mit dabei sein, um der Kundgebung zusätzliches Gewicht zu geben.

Die Renten der Zweiten Säuleim freien Fall

Die Rentenfrage beschränkt sich nicht auf die AHV-Reform. Die Renten der Zweiten Säule sind seit über zehn Jahren im freien Fall: «Wer 2019 pensioniert wurde, hat 6,8 % weniger erhalten als ein Kollege, der zwei Jahre vorher gegangen ist, während die Lohnabzüge laufend steigen. Die Frauen sind am stärksten betroffen, denn ihre Altersrenten liegen durchschnittlich um einen Drittel unter jenen der Männer», hält Giorgio Tuti fest.

Dementsprechend muss die AHV gestärkt werden. Eine Verbesserung verspricht die Initiative für eine 13. AHV-Rente, die vor einigen Wochen mit über 137 000 Unterschriften eingereicht worden ist. «Die 13. AHV-Rente ist gleichzeitig ein Zeichen, aber auch ein sehr konkreter Vorschlag dazu», ergänzt Tuti.

Die tiefe Kaufkraft vieler heutiger Rentnerinnen und Rentner ist ein grosses soziales Problem. In den kommenden Generationen wird sich die Situation noch verschärfen, als Folge des um sich greifenden liberalen Denkens, wonach das persönliche Sparen die Lösung für die Altersvorsorge bedeute, verbunden mit einem für alle erhöhten Rentenalter.

Am 18. September geht es darum, ein starkes und unmissverständliches Zeichen zu setzen. Das genaue Programm wird in den nächsten Wochen festgelegt; wichtig ist, dass richtig viele dabei sind. «Reserviere dir das Datum und komm nach Bern. Kämpfen wir für die Renten! Zudem ist es die Gelegenheit, wieder einmal einen feierlichen Tag im Kreis des SEV und der andern Gewerkschaften zu erleben», schliesst Giorgio Tuti.

Vivian Bologna / Übers. Peter Moor
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