TPG-Streik: Barbara Spalinger war beeindruckt von der Professionalität der SEV-Miliz

«Der Sektionsvorstand ist glaubwürdig und authentisch»

SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger begleitete am 19. November im Depot Bachet die Streikposten, als diese gegen drei Uhr früh in Aktion traten. Sie lobt die professionelle, seriöse Arbeit der SEV-Milizler/innen.

Barbara Spalinger im TPG-Depot Bachet beim Aufhängen des Spruchbands «Sparen auf dem Rücken des TPG-Personals: kommt nicht infrage!» (Foto: Vivian Bologna)

kontakt. sev: Was hast du im Depot Bachet erlebt?
Barbara Spalinger: Was unsere Kollegen und Kolleginnen leisteten, hat mich extrem beeindruckt. Die Organisation war perfekt. Die Vorstandsmitglieder arbeiteten sehr seriös, es gab keine Hektik. In keinem Moment wurden unsere Mitglieder gegenüber jemandem laut. Jene, die sich zum Streiken entschieden, trafen den Entscheid aus eigener Überzeugung. Dies zeigt, dass die Sektion eine ausgezeichnete Informationsarbeit leistete. Die Entschlossenheit unserer Kollegen/innen hat die Unentschlossenen ebenfalls beeindruckt – als diese sahen, dass die grosse Mehrheit des fahrenden und technischen Personals an diesem Tag nicht arbeiten würde.

Worauf führst du die ausgezeichnete Arbeit der SEV-VPT-Sektion TPG zurück?
Es ist die Frucht langer Arbeit. Dass diese Sektion soviel bewegen kann, ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass die Vorstandsmitglieder zusammen sehr gut funktionieren, und das schon seit langem. Das gibt dem Vorstand Glaubwürdigkeit, die Mitglieder vertrauen ihm. Doch das ist nicht alles. Die Vorstandsmitglieder sind authentisch, sie sind von ihrem Standpunkt überzeugt. Sie kämpfen für gute Arbeits- und Anstellungsbedingungen bei den TPG. Nach diesen Überzeugungen handeln sie, daran gibt es keinen Zweifel. Ein anderes wesentliches Element ist: Sie handeln im Auftrag der Mitglieder und halten sich an deren Mandat.

In den ersten Streikstunden und schon zuvor wurde der SEV als «Minderheitsgewerkschaft» abgetan. Und der Vorsteher des Verkehrsdepartements, Luc Barthassat, drohte am Morgen im Radio, dass Leute bestraft würden, die andere vom Arbeiten abhielten. Was sagst du dazu?
Wenn Luc Barthassat am Tag des Streiks in die Depots gekommen wäre, hätte er gesehen, dass es nicht eine kleine Extremistengruppe war, die die Kolleg/innen unter Druck setzte. Es war die Gruppendynamik, die spielte. Mit der Mobilisierung wurde ein Zeichen ausgesandt. Streiken heisst nicht ausstempeln und heimgehen, sondern einstempeln und da sein, zusammen, um seine Meinung kundzutun und hinzustehen für das, woran man glaubt. Die Versuche, die Streikenden zu kriminalisieren, waren plump. Luc Barthassat behauptete am Morgen im Westschweizer Radio, dass Obstruktion betrieben werde, doch dem widersprach im Mittagsjournal sogar der Direktor der TPG. Der Departementsvorsteher hat mit dem haltlosen Vorwurf das Gegenteil dessen bewirkt, was er damit beabsichtigt hatte, und sich so selbst diskreditiert. 

vbo / Fi

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