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Jubiläum des SEV-Unterverbands des Lokomotivpersonals

125 Jahre: das muss man feiern!

140 Personen haben am 18. September in Luzern den runden Geburtstag des LPV gefeiert.

SEV-Spitze und LPV-Zentralvorstand: Giorgio Tuti, Barbara Spalinger, Hans-Ruedi Schürch, Patrick Cavelti, Mirjam Ensner, Urs Kieliger, Christian Meyer, Marjan Klatt, Manuel Avallone und Marcel Maurer.

Der LPV ist älter als der SEV, der 2019 hundertjährig wird. Beim Treffen vom letzten Donnerstag in Luzern wurde vor allem die Geselligkeit gepflegt. Doch SEV-Präsident Giorgio Tuti liess es sich nicht nehmen, die grossen gewerkschaftlichen Herausforderungen der Zukunft zu umreissen: Kampf gegen die galoppierende Liberalisierung in Europa und der Schweiz sowie gegen die Dumpinglöhne gewisser Arbeitgeber. Er kritisierte auch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer für deren Aggressivität und deren Präsidenten für seine diskriminierenden Äusserungen über kranke Kollegen – eine Schande für eine Gewerkschaft! Dem LPV-Präsidenten Hans-Rudolf Schürch dankte Giorgio Tuti für sein volles Engagement bei den Verhandlungen über den GAV SBB und SBB Cargo.

Es folgten Grussworte von Heinz Fritschi, der den LPV zwischen 1984 und 1996 präsidierte, und von Peter Merz, der das LPV-Zepter von 2001 bis 2008 schwang. Er stellte die Jubiläumsbroschüre vor, die er zusammen mit drei weiteren Mitgliedern verfasst hat.

Nach den Ansprachen wurde der Apéro genossen und auf dem Dampfschiff «Stadt Luzern» fein zu Mittag gegessen.

Text & Fotos: Henriette Schaffter / Fi

Fragen an LPV-Zentralpräsident Hans-Rudolf Schürch

Warum feiert der Unterverband des Lokpersonals auf einem Schiff Geburtstag?

Nun, wir haben den Anlass in der Schienenverkehrshalle des Verkehrshauses begonnen, und es gibt wohl keinen passenderen Ort für eine Jubiläumsfeier der Lokführer/ innen als diese Halle, wo uns die Vergangenheit auf Schritt und Tritt einholt. Wir wollten eine Feier für alle unsere Mitglieder, also zentral für alle gut erreichbar. Und da wir alle immer die Gelegenheit haben, Gleise zu sehen, lag es nahe, auch ein Schiff und die spektakuläre Kulisse der umliegenden Berge für ein geselliges Fest zu nutzen.

Wie stellst du dir die Zukunft des LPV vor?

Der LPV ist gut unterwegs, der Vorstand spielt als Team. So macht die Arbeit auch Freude. Neben den Alltagsthemen – also denjenigen, die uns schon seit 125 Jahren beschäftigen, wird die internationale Verknüpfung immer wichtiger. Vorab der Güterverkehr spielt sich zunehmend grenzüberschreitend ab, und die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnergewerkschaften wird immer wichtiger. Verstärkte Kontrollen sind, wie die jüngsten Ereignisse überall zeigen, äusserst nötig. Die Schweiz nimmt im internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle ein, auch wenn wir weitere Verschärfungen der Kontrollen unserer Behörden fordern. Der LPV wird im Oktober das erste Mal am seit kurzem bestehenden Beratungsgremium der Lokführer der ETF teilnehmen und hat dort eben darum viel Wissen und Erfahrungen einzubringen.

Mit der flächendeckenden Einführung von ETCS steht uns in den kommenden Jahren ein weiterer Quantensprung bevor. Die vielen Neuerungen in den Fahrdienstvorschriften verheissen einen grossen Weiterbildungsbedarf. Diesen Prozess wollen wir aufmerksam begleiten. Ebenso gibt es verschiedene neue Software-Ideen.

Was kann man dem LPV zum Geburtstag wünschen?

Weil der öffentliche Verkehr und unsere Arbeitgeber immer mehr von politischen Entscheiden abhängen, wünsche ich mir, dass unsere Kolleg/innen wieder vermehrt politisch Einfluss nehmen, auf allen Ebenen. Auch wünsche ich mir einen engagierten Lokführer-Nachwuchs und hoffe, dass der LPV U-30 weiter wächst und gedeiht.

Was ist dein Ziel als LPV-Zentralpräsident?

Wir werden demnächst eine freie Sektion gründen. Darin wollen wir Kolleg/innen eine Heimat im LPV bieten, die bei kleineren Unternehmungen arbeiten und wohl im SEV, nicht aber in einer unserer Sektionen zu Hause sind. Einerseits sollen sie von unsern Dienstleistungen wie dem Solifonds und unserem Wissen profitieren, andererseits versprechen wir uns davon einen Wissenszuwachs im internationalen Güterverkehr. Wichtigstes und erklärtes Ziel ist klar, dass wir die jungen Kolleg/innen für gewerkschaftliche Ämter begeistern und gewinnen.

Fragen: Hes

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