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SEV warnt bernisches Kantonsparlament vor weiteren Einsparungen beim öffentlichen Verkehr

Kein Spielraum beim BLS-Personal – die Zitrone ist ausgepresst

Der BLS geht es finanziell nicht gut. Dafür mitverantwortlich sind die Politiker/innen des bernischen Grossen Rates, die mit ihrer Sparpolitik den Regierungsrat und damit die öV-Unternehmungen unter Druck setzen. Sparen bei der BLS führt aber zwingend zu Leistungsabbau, beim Personal ist jedenfalls nichts mehr zu holen. Dies hat der SEV den Grossrät/innen am Dienstag mit einer Aktion vor dem Berner Rathaus in Erinnerung gerufen.

Aktivistinnen des SEV, namentlich BLS-Mitarbeitende, übergaben den Grossrätinnen und Grossräten Flyer mit Erklärungen unter dem Titel «Die Zitrone ist ausgepresst!» und Zitronen. Diese konnten sie anschliessend bei der für den öffentlichen Verkehr zuständigen Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer auspressen lassen, denn sie war vom SEV vorgängig mit einer Zitronenpresse ausgerüstet worden.

Hintergrund der Aktion ist der Sparauftrag, den der Grosse Rat Ende März dem Regierungsrat erteilt hat und der sich auch auf die BLS auswirkt. Die Bahn, die mehrheitlich dem Kanton Bern gehört, hat im Juli bereits Sparmassnahmen für das laufende Jahr in der Höhe von 12 Millionen Franken beschliessen müssen und im August angekündigt, dass sie in den Jahren 2013 bis 2015 zusätzliche 50 Millionen einsparen wird. Die BLS begründete ihre finanziellen Schwierigkeiten mit «einer Reihe finanzieller Herausforderungen», insbesondere der Notwendigkeit von Investitionen zur Bewältigung der steigenden Nachfrage, «zum Beispiel für neues Rollmaterial». Die BLS beruhigt zwar, ihr Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm sei kein Personalabbauprogramm, schliesst aber den Abbau von Stellen nicht aus.

Nicht auf dem Rücken des Personals sparen!

Für den SEV ist klar, dass beim BLS-Personal kein Spielraum mehr für Sparmassnahmen besteht. Denn es hat bereits in den letzten Jahren zu grossen Produktivitätssteigerungen Hand geboten und muss auch schon die für das laufende Jahr angekündigten Sparmassnahmen mittragen (Einstellungsstopp, Abbau von Überzeiten etc.). Weiteres Sparen beim BLS-Personal liegt nicht mehr drin – die Zitrone ist ausgepresst!

Kanton Bern muss Leistungsausbau korrekt abgelten

Klar ist für den SEV auch, dass Einsparungen nur mit einem Leistungsabbau erreicht werden könnten – und dass es in der Hand des Kantons Bern liegt, einen solchen zu verhindern. Denn als Eigentümer und Besteller ist er entscheidend für die Situation der BLS verantwortlich. Die Mehrleistungen, die die BLS insbesondere im Bereich der S-Bahn Bern erbringen soll, müssen vom Kanton getragen werden – das Personal ist nicht der Ort, wo diese Mittel geholt werden können.

Impressionen von der Aktion

Fotos: Alberto Cherubini, SEV

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