| Aktuell / kontakt.sev, Medienmitteilungen

Der Vorschlag des BAV bringt im Fernverkehr nur Verlierer!

SBB und BLS – zurück an den Verhandlungstisch

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV kritisiert die Reaktion der SBB auf den Vorschlag des Bundesamts für Verkehr, welches die Vergabe von zwei Fernverkehrslinien ab Dezember 2019 an die BLS vorsieht. Zwar zeigt sich die SBB in einer Anhörung «gesprächsbereit» und schlägt eine Mehrbahnenlösung unter einer einheitlichen Konzession vor, kündigt jedoch im gleichen Atemzug eine Beschwerde an, falls es zu einer Vergabe an die BLS kommt. Der SEV pocht weiterhin auf eine kooperative Lösung zwischen den beiden Bahnen und fordert deren Leitung erneut dazu auf, kompromissbereit zurück an den Verhandlungstisch zu kehren.

Seit Anbeginn der Streitigkeiten um die Fernverkehrskonzession betonte der SEV immer wieder, wie wichtig der kooperative Grundgedanke für den Schweizer Fernverkehr ist. «Unser System basiert auf einem Miteinander statt Gegeneinander aller Beteiligten», erklärt SEV-Präsident Giorgio Tuti. Er ist überzeugt: «Der Wettbewerb im Fernverkehr würde dem gesamten Schweizer öV-System enorm schaden und den Service public in unserem Land gefährden.» Langfristig ist zu befürchten, dass durch eine Fragmentierung des Fernverkehrs das Interesse zahlreicher Unternehmen geweckt würde, die ausschliesslich rentable Linien betreiben wollen.

Trotzdem beabsichtigt das Bundesamt für Verkehr die Aufteilung der Konzession im Fernverkehr. Die Vergabe von zwei kleinen Linien an die BLS mag nicht gravierend erscheinen, doch bezeichnet sie den Anfang eines schleichenden Paradigmenwechsels hin zum gefährlichen Wettbewerb. «Das Vorhaben des BAV bringt nur Verlierer», dessen ist sich Giorgio Tuti sicher. Deshalb fordert der SEV die Unternehmensspitzen von SBB und BLS ein weiteres Mal auf, endlich eine kooperative Lösung auf der bisherigen Basis zu finden, ohne die Fernverkehrskonzession aufzuspalten – zum Schutz des gut funktionierenden Schweizer öV-Systems, im Interesse der Kundinnen und Kunden sowie der Arbeitnehmenden des öffentlichen Verkehrs.

 

 

Kommentar schreiben