Fernverkehrskonzession
Eine gemeinsame Lösung von SBB und BLS bleibt möglich
Das BAV hat die Fernverkehrskonzession der SBB um zwei Jahre verlängert und will bis Mitte 2018 entscheiden, wer danach welche Linien betreiben darf.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat das Konsultationsverfahren über die Erteilung von Fernverkehrskonzessionen eröffnet. Wie der SEV, schon immer betonte, würde eine allfällige Veränderung in diesem Bereich schwerwiegende Konsequenzen mit sich bringen und eine vertiefte Analyse erfordern.
Der SEV ist der Ansicht, dass der SBB und der BLS bis Juli 2018 genügend Zeit bleibt, um eine einvernehmliche Lösung zu finden und so die Fragmentierung des Fernverkehrs zu verhindern.
«Das Schweizer Bahnsystem verdankt seinen Erfolg der Kooperation. Der Wettbewerb kann diesem System nur schaden», findet SEV-Präsdent Giorgio Tuti. Die Tatsache, dass das BAV mit seinem Entscheid bis im Juli 2018 zuwarten will, zeigt, dass man die Erteilung einer Fernverkehrskonzession nicht auf die leichte Schulter nehmen kann. «Im Falle einer Aufteilung der Konzession wären die Konsequenzen enorm – für die Unternehmen wie auch für das Personal», betont Giorgio Tuti.
Der SEV appelliert noch einmal an die Unternehmensspitzen von SBB und BLS und ersucht sie, eine kooperative Lösung zu finden. «Eine Aufteilung der Fernverkehrskonzession hätte langwierige Folgen für das Schweizer Bahnsystem, denn sie würde das Interesse all jener Unternehmen wecken, die im Fernverkehr nur profitable Linien betreiben wollen. Auch der Betrieb des Regionalverkehrs ist gefährdet», erklärt Tuti.
Der SEV ist überzeugt, dass Wettbewerb im Fernverkehr dem Schweizer Bahnsystem, das wegen seiner guten Qualität internationales Ansehen geniesst, nichts ausser Problemen bringt. Es wäre ein fataler Fehler, den gleichen Weg wie andere Länder – zum Beispiel Schweden – einzuschlagen.
SEV
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