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Zugpersonal aus ganz Europa wehrt sich gegen schleichende Abschaffung

Weniger Zugpersonal heisst weniger Sicherheit und Komfort

Heute Morgen haben Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter mit Flugblättern darauf aufmerksam gemacht, warum ihre Präsenz in den Zügen trotz E-Tickets, Billettautomaten und Überwachungskameras weiterhin wichtig und auf vielen Strecken unverzichtbar ist. Die Aktion fand im Rahmen eines europaweiten Aktionstags der Europäischen Transportarbeiter-Föderation ETF statt.

«Die ETF und ihre Mitgliedsorganisationen fordern die Eisenbahnverkehrsunternehmen und Behörden auf, die Bedeutung professioneller Zugbegleiter an Bord der Züge anzuerkennen und der Politik von Zügen ohne menschlichen Ansprechpartner Einhalt zu gebieten», steht auf den Flugblättern, die heute morgen von Mitgliedern des Unterverbands des Zugpersonals (ZPV) der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV in den Zügen deponiert und an Bahnhöfen an die Reisenden verteilt wurden.

Die Flyer machten darauf aufmerksam, dass das Zugpersonal nicht nur die Billette kontrolliert und auch solche verkauft, sondern für die Sicherheit und den Komfort der Reisenden eine wichtige Rolle spielen, namentlich durch

  • Unterstützung von Jung und Alt und von Menschen mit eingeschränkter Mobilität mit Auskünften, Rat und Tat;
  • Schutz der Reisenden vor Gewalt, Vandalismus und unangebrachtem Verhalten in Koordination mit der Polizei bzw. Transportpolizei;
  • Überwachung der Türen bei der Zugsabfahrt;
  • Sicherstellung der Evakuierung bei Entgleisungen oder andern Zwischenfällen wie Bränden, insbesondere in Tunneln.

Die Schweizer Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter legen besonderen Wert auf den letzten Punkt. Tatsächlich plant die SBB, am Gotthard nach Eröffnung des Basistunnels ab Dezember 2016 unbegleitete Regionalzüge über die Bergstrecke fahren lassen. Wie die Passagiere bei einem Brand im 15 km langen Scheiteltunnel oder in einem Kehrtunnel allein vom Lokführer unbeschadet evakuiert werden sollen, ist für den SEV-ZPV völlig schleierhaft. «Wir appellieren ans Bundesamt für Verkehr (BAV), dass es als Aufsichtsbehörde der SBB in Erinnerung ruft, dass die Sicherheit der Passagiere Vorrang hat vor reinem Rentabilitätsdenken», hält ZPV-Zentralpräsident Andreas Menet fest.

Kommentare

  • Ineichen

    Ineichen31/10/2015 01:27:21

    stimmt so nicht!
    Auch der SEV muss lernen dass "Nostalgie verlass mich nie" definitiv Geschichte ist.
    Taten statt Jammern wären gefordert!
    Neue Züge = Neue Herausforderungen!
    und wenn ich dann noch schaue was der SEV in den letzten 5 Jahren erreicht hat dann doppelt ciao!!

  • Andreas Menet

    Andreas Menet02/11/2015 08:21:35

    Man kann die SEV/ ZPV Aktion betrachten wie man will. Man kann auch von Nostalgie schreiben. Doch, wenn ich die Philosophie der SBB betrachte, dann ist die Zugbegleitung alles andere als Nostalgie. Eine Werbelok der SBB, die in der ganzen Schweiz Werbung macht für das Zugpersonal, widerlegt die These von Gaudenz Ineichen. Das Zugpersonal wird in Zukunft immer wichtiger werden für die Bahn. In diesem Sinne betrachtet sind die Forderungen der Aktion für mehr Zugbegleitung durchaus legitim. Ausserdem bezahlen unsere Fahrgäste einen schönen Preis für die Benützung der Eisenbahnen. Service, Information und Betreuung - vorallem in Störungsfällen - sollte daher selbstverständlich sein.

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