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Coronavirus

Für einmal lieber maskiert

Das Tragen von Gesichtsmasken durch Reisende im öffentlichen Verkehr ist eindeutig das heikelste Thema in dieser zweiten Phase der Lockerungen, die am 11. Mai begonnen hat. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich aber bereits auf die dritte Phase ab dem 8. Juni, wenn die nachobligatorischen Schulen den Unterricht wieder aufnehmen.

Viele Passagiere tragen keine Maske, wie hier in einem Zug der Metro M2 in Lausanne.

Sollte man die Passagiere des öffentlichen Verkehrs zum Tragen der Hygienemasken verpflichten? Die Bevölkerung scheint dies eher zu unterstützen: 68% der Teilnehmer/innen an einer Umfrage, die Tamedia am 17. Mai veröffentlicht hat, haben mit Ja geantwortet. Die Zustimmung scheint somit zuzunehmen; Ende April lag sie in einer Umfrage der Forschungsstelle Sotomo noch bei 62%.

Ein Maskenobligatorium im öffentlichen Verkehr wünscht auch der ZPV. Dessen Präsident Andreas Menet sagt, dass das Zugpersonal beunruhigt ist, weil nur eine kleine Minderheit der Reisenden eine Maske trägt. «Wir tragen die Maske, um die Passagiere zu schützen, aber sie tragen keine. So geht das Schutzkonzept nur in eine Richtung.» Der Bundesrat empfiehlt ausdrücklich, eine Maske zu tragen, wenn der Sicherheitsabstand von zwei Metern nicht gewährleistet werden kann. Zahlreiche Zugbegleiter/innen stellen fest, dass die Reisenden kaum Masken tragen und auch den Abstand nicht einhalten, selbst wenn es in anderen Wagen des Zuges noch mehr Platz hätte.

Auch wenn ein Obligatorium zum Tragen der Maske die passende Lösung scheint, gibt es noch offene Fragen, hält SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger fest, die für die SBB zuständig ist: «Die SBB hat eine Transportpflicht für die Reisenden. Wenn die Maske obligatorisch ist, muss die SBB sie zur Verfügung stellen? Und nicht zuletzt die Frage, wer das Maskenobligatorium durchsetzen muss: Das kann nicht Aufgabe des Zugpersonals sein.» Mehrere Unternehmen des öffentlichen Verkehrs haben sich für Sensibilisierungsmassnahmen in der Öffentlichkeit entschieden, so etwa die Zürcher Verkehrsbetriebe VBZ, die am 19. Mai 50000 Masken verteilt und als Vorbild ihre Trams mit Masken dekoriert haben. Der Direktor betonte, dass eine Sensibilisierungsaktion notwendig war, da die VBZ wie andere Unternehmen auch feststellten, dass die Passagiere nicht gerne Masken tragen. Er stellt sich jedoch gegen ein Obligatorium. «Es ist immer besser, wenn etwas freiwillig erfolgt statt auf Zwang.»

Pflicht oder Empfehlung?

Sensibilisierung scheint das Schlüsselwort dieser Krise. Um die Aufmerksamkeit zu fördern, haben sich verschiedene Zugbegleiter/innen in den sozialen Medien geäussert, so auch Mélissa Farine vom ZPV Léman und Mitglied der Jugendkommission des SEV. Mit ihrem Slogan «Schütze dich, schütze mich, schützen wir uns» zeigt sie eine klare Haltung zur Pflicht, sich gegenseitig zu schützen.

Jürg Hurni, der als Gewerkschaftssekretär für SBB Personenverkehr zuständig ist, betont, dass der SEV im ständigen Austausch mit der SBB ist, insbesondere auch in dieser Frage.

Eine gemeinsame Kampagne?

Der SEV möchte die Interessen des Zugpersonals über eine enge Zusammenarbeit mit der SBB verteidigen; diese ist verpflichtet, die Gesundheit ihres Personals zu schützen.

Barbara Spalinger ergänzt, dass am 27. Mai – nach Redaktionsschluss dieser Zeitung – eine Sitzung mit der SBB stattfindet. «In dieser Sitzung wollen wir die Frage einer Kampagne konkret besprechen. Die Passagiere sollen fürs Tragen der Maske sensibilisiert werden. So werden wir die besten Resultate erreichen. Wir sind sicher, dass die Reisenden mit einer Präventionskampagne in den Bahnhöfen und über die verschiedenen Kommunikationskanäle am besten davon überzeugt werden können, dass sie sich schützen sollen, um andere zu schützen. Wir finden, dass die SBB bei der Kommunikation noch nicht genug macht, um das Maskentragen zu fördern.»

Sie findet die Idee der SBB absurd, getrennte Wagen für Passagiere mit Maske einzuführen. Das Infektionsrisiko fürs Zugpersonal, das durch alle Wagen gehen muss, wäre unverändert.

Vivian Bologna/Übersetzung: Peter Moor
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Kommentare

  • Max Dürr

    Max Dürr28/05/2020 15:36:11

    Ich bin ein Gegner der Maskenpflicht! Warum? Die meisten tragen sie Falsch! Zudem als Brillenträger läuft mir die Brille an! Zudem schwitzt man stärker!
    Habe folgende Sachen in Zusammenhang mit Schutzmasken erlebt: 1. Ein junger Mann mit Schutzmaske wollte sein Papiertaschentuch im Zeitungsständer der 20 Minuten werfen, aber der Versuch scheiterte und das Tuch fiel zu Boden!(Sehr Appetitlich)
    2. Fall: Vorletzte Woche kam auf der S5 der S-Bahn Zürich die Stichkontrolle OHNE Maske!
    3. Fall: Heute gesehen! Vier Personen einer Stichkontrolle und zwei Mann der Securitrans mit Schutzmasken! EINE Person trug sie korrekt und die anderen fünf Personen hielten sie in der Hand! Zudem waren keine ZWEI METER Abstand vorhanden!
    Wenn ich solche Sachen sehe, habe ich meine gewissen Fragen!

  • Corina Chladek

    Corina Chladek30/05/2020 17:35:37

    Inzwischen sagt sogar die WHO das nur Personen die Kranke betreuen, Masken tragen sollen.
    now even the WHO says no masks https://www.foxnews.com/world/who-guidance-healthy-people-wear-masks-around-coronavirus-patients?fbclid=IwAR1So4HZKSV0ujfFbzmtljZIcA8XW30pSotsvD1RQa_66tDjR46jbNtLqBc
    Dr. Fauci hat auch gesagt es sei unnötig.
    Es gibt mehrere WISSENSCHAFTLICHE Studien, die belegen das Maskentragen KEINEN Schutz bietet.

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