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Keine Einigung mit der SBB bei den Verhandlungen über Sparmassnahmen
Die SBB forderte vom Personal aufgrund der angespannten finanziellen Lage den Verzicht auf den individuellen Lohnaufstieg, auf zwei Ferientage sowie auf einmalige Leistungsanteile. Trotz einer gewissen Annäherung der Positionen konnte keine Einigung erzielt werden: Die Verhandlungen sind gescheitert.

(SEV-INFO vom 16. Dezember 2020) Die Verhandlungsgemeinschaft unter Leitung von Vizepräsidentin Barbara Spalinger hatte die ausserordentliche Lage anerkannt und Bereitschaft für Verhandlungen signalisiert. Die SBB-Forderung nach Verzicht auf den individuellen Lohnanstieg und nach dem zusätzlichen Opfer zweier Ferientage bildeten für den SEV, gemäss seinem Mandat der GAV-Konferenz, jedoch eine rote Linie. Es war von Anfang an klar, dass es angesichts der schlechten Zahlen der SBB nur um einen symbolischen Beitrag gehen kann. Zudem blieb unklar, wie genau der entsprechende Sparbeitrag des Topkaders aussehen würde. Zwar signalisierte die SBB Bereitschaft, einen kleinen Teil der Anstiege für einen Teil des Personals zu geben, die Positionen waren aber auch in der dritten Verhandlungsrunde extrem weit auseinander.
Parallel zu diesen Verhandlungen gab es auch solche mit SBB Cargo. Diese hat weitergehende Forderungen gestellt, ohne jedes Entgegenkommen.
Wie weiter?
Bereits in der ersten Verhandlungsrunde zu den Sparmassnahmen hat die SBB bei Nichteinigung die Anrufung des Schiedsgerichts angekündigt. Nach Runde drei ist es so weit. Auch SBB Cargo zieht mit einer eigenen Klage nach.
Am Freitag, 18. Dezember wird die erste digitale GAV-Konferenz des SEV durchgeführt. Die GAV-Delegierten werden die aktuelle Situation diskutieren und den Rahmen für das weitere Vorgehen bestimmen.
Die laufenden Verhandlungen über die Weiterentwicklung des Lohnsystems sind vom Abbruch der Sparmassnahmen-Verhandlungen nicht betroffen. Der SEV hat sich stets dafür stark gemacht, dass die beiden Verhandlungen separat zu betrachten sind und die aktuelle finanzielle Schieflage keine Auswirkungen auf das langfristige Lohnsystem haben darf. Diese Position hat die SBB bisher auch vertreten, und der SEV wird reagieren, sollte sich dies ändern.
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