SBB-Tochter Elvetino verletzt Mitwirkungsrechte

Peko ohne jede Information

Bei der Bahngastronomiefirma Elvetino sitzt die Personalkommission auf dem Trockenen: Informationen fliessen nicht, und eine Krisensitzung musste ausfallen, weil die Peko-Mitglieder teilweise nicht frei bekommen hatten.

Die Peko ist empört: Schriftlich hatte sie die Zusage der Elvetino-Personalchefin, dass die Peko-Mitglieder für die gemeinsame Sitzung vom letzten Donnerstag vom Dienst freigestellt würden. Aber dem war nicht so; trotz intensiven Bemühungen gelang es nicht, den Peko-Präsidenten von seinem Einsatz auf dem Nachtzug nach Rom zu befreien. Andere Peko-Mitglieder hatten erst auf mehrmaliges Insistieren hin den Dienst verschieben können oder wurden gar nicht freigestellt. Elvetino stellte sich auf den Standpunkt, dass es zumutbar sei, vor einem Nachtdienst nach Budapest 8 Stunden früher nach Zürich zu reisen für die Peko-Sitzung.

Der Peko blieb keine andere Wahl, als die so lange gewünschte Sitzung abzusagen. Dabei hatten die Personalvertreterinnen und -vertreter gehofft, endlich jene Auskünfte zu erhalten, auf die sie teilweise seit über einem Jahr warten.

Seit die Elvetino-Peko in ihrer jetzigen Zusammensetzung tätig ist, wird sie auf ihre schriftlichen Eingaben hin immer nur vertröstet. Weder erfährt die Peko etwas über den Geschäftsgang von Elvetino, noch über den Zustand der Pensionskasse. Und die dringende Frage, ob die Tenuvorschriften im Sommer an jene der SBB angepasst werden können, steht weiterhin im Raum – auch wenn die heissen Tage schon begonnen haben.

Es ist klar geregelt, dass die Peko bei Uniformfragen mitreden kann, bei den im letzten Jahr von Elvetino erlassenen Tenuvorschriften war dies aber nicht der Fall. Als SBB-Tochter und nachdem das Elvetinopersonal nun auch deren-Uniformen trägt, wäre es für die Speisewagen- und Minibar-Stewards logisch, dass sie gleiche Tenuerleichterungen wie das SBB-Personal beanspruchen dürften, erst recht da sie auch körperliche Arbeit leisten. Eine Minibar wiegt über 200 Kilo, und das Speisewagenpersonal muss das gesamte Inventar selber verstauen.

Personalrechte einfordern

Die Probleme zwischen Geschäftsleitung und Personalkommission gehen noch weiter; so will das Unternehmen nur dann mit der Peko sprechen, wenn keine Vertreter der Gewerkschaften (und GAV-Partner) SEV und Unia am Tisch sitzen, obwohl dies im GAV zugesichert ist, wenn die Peko an die Sitzung einlädt, was hier der Fall ist.

SEV-Gewerkschaftssekretärin Regula Bieri stellt denn auch fest: «Elvetino verletzt ganz klar die Mitwirkungsrechte gemäss GAV.» Sie weist darauf hin, dass die Beziehung zwischen Personal und Unternehmen seit längerem problematisch ist. Umso dringender wäre die Sitzung gewesen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Peko hoffen nun, dass diese dennoch bald zustande kommen wird – mit allen Pekomitgliedern am Tisch...

Peter Moor

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