| Aktuell / SEV Zeitung, Frauen

Vier-Länder-Treffen der Frauen

Es gibt noch viele Baustellen

Vom 25. bis 27. Juni fand in Stuttgart das Vier-Länder-Treffen mit Gewerkschaftsvertreterinnen aus der Schweiz, Deutschland, Luxemburg und Österreich statt. Vom SEV nahmen Jo-Anne Witschi, Janine Truttmann und Sibylle Lustenberger teil. Höhepunkt war der Besuch der Baustelle Stuttgart 21. Mit dem kompletten Neubau des Bahnhofs, einer lichtdurchfluteten Bahnhofshalle und neuster ETCS-Technik ist das Megaprojekt nicht nur ein Eckpfeiler für die Modernisierung des süddeutschen Schienenverkehrs. Es soll auch neue Wohn- und Grünflächen in der Stuttgarter Innenstatt freisetzen.

Das Bauprojekt dauert bekanntlich länger als geplant; politische Diskussionen, unerwartete statische Herausforderungen und Planungsfehler verzögern die Fertigstellung des Bahnhofs Jahr für Jahr. Zudem wurde im Rundgang deutlich: Einmal mehr stehen die Bedürfnisse der öV-Mitarbeitenden an hinterster Stelle. So ist noch heute nicht vollständig geklärt, wo ihre Dienst- und Pausenräume untergebracht werden.

Für die Teilnehmerinnen des Vier-Länder-Treffens ist daher klar: Infrastruktur muss breiter gedacht werden und auch die spezifischen Bedürfnisse von Frauen berücksichtigen! Die Schweizer öV-Unternehmen können hier einiges von unseren Nachbarländern lernen. So stellt die ÖBB Personenverkehr AG in ihren Dienststellen Hygieneartikelspender zur Verfügung und führt für das gesamte Personal Schulungen zu sexueller Belästigung durch. Und dies ist dringend notwendig: Denn auch der schönste Bahnhof ist wertlos ohne Personal – und die öV-Unternehmen tun gut daran, Frauen nicht nur in den öV-Sektor zu bringen, sondern sie auch zu behalten.

Hast du einen Kommentar oder eine Frage zum Artikel? Schicke eine Mail an den/die Autor:in oder an