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Das Kompetenzzentrum in Bellinzona hat einen Direktor

Entscheidender Schritt vorwärts

Ende Mai hat der Stiftungsrat des Kompetenzzentrums für nachhaltige Mobilität und Bahntechnik in Bellinzona dessen frischgewählten Direktor vorgestellt.

Von links: Gianni Frizzo, Vizepräsident des Stiftungsrats des Kompetenzzentrums (Präsident der Personalkommission und Streikführer 2008), Präsident Felice Zanetti (Vizestadtpräsident von Bellinzona), der neue Direktor des Kompetenzzentrums Simone Bernasconi, Staatsrat Christian Vitta und der zweite Vizepräsident des Stiftungsrats Ferruccio Bianchi (SBB).

Simone Bernasconi, 41-jährig, ist in Bellinzona aufgewachsen. Er hat eine Ingenieurausbildung in Elektrotechnik gemacht, in den USA und Australien studiert und vor allem in der Luftfahrt als Projektleiter in den Regionen Zürich und Bern Berufserfahrung gesammelt. Während fast sieben Jahren hat er im Ausland gearbeitet und gelebt. Seine Hobbys sind Sport (Mountainbike-Rennen), Reisen, Kochen, technologische Innovation.

kontakt.sev: Was hat Ihr Interesse an der Funktion des Direktors des Kompetenzzentrums geweckt?

Sicher die Möglichkeit, eine wichtige Einrichtung im Bereich der Mobilität (zu der neben der Bahntechnik auch die Luftfahrt gehört) ganz von Beginn weg aufzubauen. Andere wichtige Aspekte sind die Möglichkeit und der Wille, die Industrie und das Know-how im Kanton Tessin zu stärken. Entscheidend für meine Kandidatur waren auch die Hochkarätigkeit und Professionalität der in dieses Projekt involvierten Partner.

Bietet diese Region aber wirklich konkrete Möglichkeiten, um mit Profit in eine Branche wie die nachhaltige Mobilität einzusteigen?

Gewiss. Die Mobilitätsbranche liegt im Trend und bietet der Industrie ausgezeichnete Zukunftsperspektiven. Unsere Gesellschaft wird immer mobiler, und wir sind immer häufiger unterwegs. Unsere Region liegt auf einer der wichtigsten Transitachsen, und mit der Eröffnung des Basistunnels durch den Gotthard im nächsten Jahr oder spätestens mit dem Ceneri-Basistunnel werden die Fahrzeiten auf der Nord–Süd-Achse erheblich sinken. Dies wird der Mobilität neue Chancen eröffnen. Aus industrieller Sicht liegt das Tessin in einer sehr interessanten Region, was Produktion und Forschung anbelangt, und verfügt über Kompetenzen verteilt über das ganze Gebiet. Ich bin überzeugt, dass unser Kanton bereit ist, die neuen industriellen Herausforderungen zu meistern, die auf uns zukommen.

Was könnten Ihrer Meinung nach die grössten zu überwindenden Schwierigkeiten sein?

Ich würde nicht von Schwierigkeiten sprechen, sondern eher von Chancen. Wie gesagt wird unsere Gesellschaft immer mobiler. Das bedeutet, dass man innovative Lösungen für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft finden muss. Es wird wichtig sein, die künftigen Anforderungen und Entwicklungen der Verkehrsmittel in den nächsten 40 bis 50 Jahren vorauszusehen und sich technologisch auf diesen Wandel vorzubereiten. Dies ist eine faszinierende Herausforderung und eine einmalige Chance für unsere Region.

Wie beurteilen Sie die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Industriewerk Bellinzona und mit der SBB im Allgemeinen?

Das SBB-Industriewerk Bellinzona ist der Kern des Kompetenzzentrums, und ich bin sicher, dass wir sehr gut zusammenarbeiten werden. Auch unser Verhältnis zu den Schweizerischen Bundesbahnen ist ausgezeichnet. Die Möglichkeit, auf die in Bellinzona vorhandenen umfassenden Kompetenzen zurückzugreifen, ist ein bedeutender Vorteil bei der Entwicklung künftiger Projekte. Natürlich ist die Unterstützung durch einen Partner wie die SBB heute und in Zukunft sehr wesentlich für die konkrete Entwicklung des Zentrums und für seinen Erfolg.

Danke fürs Gespräch; wir wünschen Ihnen für Ihre Tätigkeit alles Gute.

Gi / Fi

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