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Stellungnahme des SEV zur Situation bei SBB Cargo in Bellinzona

Verhandlungen scheitern an Sturheit der SBB

Nach mehr als 24 Stunden Verhandlung, verteilt auf drei Tage, ist die Situation des Industriewerks Bellinzona völlig blockiert. Die Gewerkschaftsdelegation und die Leitung der SBB haben keine Einigung gefunden. 

In den Gesprächen ging es hauptsächlich um drei Punkte: Die Organisation eines «runden Tischs», wie von Bundesrat Leuenberger angeregt, die Zukunft des Wagenunterhalts und die Aussichten bezüglich Lokomotivunterhalt im Industriewerk Bellinzona.

Die Notwendigkeit eines «runden Tischs» erscheint allen klar; die wesentlichen Beteiligten des Konflikts sollen daran teilnehmen: SBB, Gewerkschaften, Tessiner Regierung und Bund. Es besteht Einigkeit darüber, dass der «runde Tisch» die Möglichkeit bietet, Zahlen und Fakten offen und ausführlich darzulegen, nachdem die SBB bisher alles andere als geglänzt hat, was die Offenheit und Transparenz ihrer Informationen angeht.

Beim Wagenunterhalt waren die Gewerkschaften bereit, den Spielraum auszuweiten und im Detail über die Bedingungen bezüglich der Beteiligung Privater in diesem Bereich zu diskutieren, natürlich unter dem Vorbehalt zusätzlicher Lohnverhandlungen.

Das unüberwindliche Hindernis bleibt jedoch der Lokunterhalt. In diesem Punkt verweigert die SBB hartnäckig jede Aussage über eine Zukunft für das Industriewerk Bellinzona, trotz des Drucks von Seiten der Gewerkschaften und der Tessiner Regierung. «Alles muss von A bis Z neu diskutiert werden», ist die Haltung der SBB. Es ist verständlich, dass die Streikenden in Bellinzona damit nicht zufrieden sind, hat ihnen doch die Direktion von SBB Cargo vor nicht einmal einem Jahr eine blühende Zukunft versprochen und die Qualität ihrer Arbeit bestätigt. Von Seiten der Gewerkschaften und der Tessiner Regierung besteht die Bereitschaft, eine offene Diskussion zu führen über die Details der Tätigkeiten, die Art der Fahrzeugtypen und gar die Zahl der Arbeitsplätze, aber es braucht – vorab – eine Garantie der SBB, dass sie südlich der Alpen einen Standort beibehalten will, wo qualifizierte Arbeitsplätze im Lokomotivbereich bestehen werden.

Es ist unverständlich, dass diese entgegenkommende Haltung, die zur Entspannung führen sollte, von der SBB zurückgewiesen wurde, nachdem die Gewerkschaften in den übrigen Bereichen klare Schritte zur Öffnung gemacht haben. Diese Unnachgiebigkeit ist inakzeptabel für ein öffentliches Unternehmen, das letzte Woche im Nationalrat übereinstimmend für seine schlechte Führung, seine fehlende Transparenz und den Mangel an Strategie kritisiert worden ist. SBB Cargo hat in der Vergangenheit zu wenig Professionalität gezeigt, als dass sie jetzt Härte markieren und den Dialog verweigern könnte.

Der SEV bleibt gesprächsbereit. Er wird weiterhin am Dialog mit der SBB teilnehmen. Es ist nun aber an der Zeit, dass die SBB den nötigen Schritt macht, um eine Entspannung der Situation zu erreichen.


Weitere Auskünfte: 031-357 57 50 und 079-357 99 66,

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