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Bahnliberalisierung bringt in ganz Europa Schwierigkeiten

Liberalisierung: nichts als Sorgen

In England stellt ein Privater seinen Betrieb ein, weil er nicht rentiert, in Deutschland steht die Berliner S-Bahn still, weil das Geld in den Konzern fliesst, in Frankreich wird der regionale Güterverkehr den europäischen Träumen geopfert: Ein Blick über die Grenzen zeigt die Folgen des Markts.

Reisende ohne Zug: Am 8. September 2009 warten die Leute auf einem Bahnsteig am S-Bahnhof Alexanderplatz in Berlin vergebens, denn die S-Bahn ist ein zweites Mal wegen gravierender Unterhaltsmängel praktisch stillgelegt worden.

Ein Gespenst geht um in Europa! Längst ist es aber nicht mehr der Kommunismus, den es zu fürchten gilt, nein, inzwischen hat die Europäische Union die Liberalisierung ausgerufen, um jeden Preis, und nun geistert sie wild durch die Gegend. Gerade der Schienenverkehr ist ein Beispiel dafür, wie sich dieses Gespenst gebärdet.

Was im Bahnverkehr 1991 mit der berühmt-berüchtigten Richtlinie 91/440 begann, ist längst zur Bedrohung für Qualität, Sicherheit und Arbeitsplätze geworden. kontakt.sev hat in den grossen Ländern Westeuropas hingeschaut und nachgefragt. Das Resultat ist ernüchternd: Eisenbahnerinnen und Eisenbahner bezahlen einen hohen Preis, aber auch die Reisenden und die Güterkunden haben ihren unfreiwilligen Beitrag zu leisten, um die Marktträume der Bahnchefs zu erfüllen.

Güterverkehr in Frankreich, Regionalverkehr in Deutschland, Infrastruktur in Grossbritannien: Eine Europareise der Bahnliberalisierung – ein Gespenst geht um!

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