| Medienmitteilungen

Keine Überraschungen im Halbjahresresultat der SBB

SEV sieht Spielraum für berechtigte Personalforderungen

Die Verkehrsgewerkschaft SEV nimmt den Halbjahresabschluss der SBB mit Interesse zur Kenntnis: Nicht nur hat das Unternehmen offenbar erkannt, dass Personalabbau um jeden Preis in die Sackgasse führt, sondern es erwirtschaftet auch ausreichend Mittel, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Erfolg teilhaben zu lassen.

Der längst fällige Strategiewechsel im Güterverkehr ist offensichtlich: SBB Cargo richtet sich neuerdings darauf aus, Geld zu verdienen und nicht mehr, um jeden Preis möglichst viele Güter bei andern Bahnen abzuziehen. Langfristig wird damit der Verkehrsverlagerung ein Dienst erwiesen, da die Bahnen sich in einem Qualitätswettbewerb behaupten können. Unter diesem Aspekt ist auch eine allfällige Zusammenarbeit im internationalen Güterverkehr zu betrachten – eine solche fordert der SEV im Übrigen seit langem.

Die Anstellung von spezialisiertem Personal in der Informatik ist ein positives Signal. Die SBB scheint erkannt zu haben, dass der blindwütige Personalabbau keine Zukunft hat. Diese Erkenntnis gilt nicht nur für die Informatik: Zusätzliches qualifiziertes Personal ist bei der SBB an zahlreichen Orten erforderlich, vordringlich in der Zugbegleitung, wo die Qualität des Kundendienstes auf dem Spiel steht.

Der Halbjahresgewinn der SBB zeigt, dass die Mittel vorhanden sind, um dem Personal eine substanzielle Lohnerhöhung zu gewähren. Die Gewerkschaften werden in den nächsten Tagen ihre Lohnforderung einreichen, die neben dem vollen Teuerungsausgleich auch eine angemessene Reallohnerhöhung enthalten wird.

Der SEV teilt die grossen Sorgen der SBB um die Pensionskasse. Er wird sich in seiner Vernehmlassung ebenfalls für die Maximalvariante der Bundesbeteiligung aussprechen. Es kann nicht sein, dass die aktiven Eisenbahnerinnen und Eisenbahner für die Fehler der Politik bezahlen, nachdem sie bereits mit Lohneinbussen, höheren Beiträgen und der Heraufsetzung des Rentenalters massive Beiträge an die Sanierung der Pensionskasse geleistet haben.


Weitere Auskünfte: 031-357 57 50 und 079-357 99 66,

Kommentar schreiben