Vorstand SEV
Für eine vernüftige Verkehrspolitik

Michael Spahr. Weil die Räumlichkeiten im Zentralsekretariat umgebaut werden, trifft sich der Vorstand des SEV am 21. August in der Unia-Zentrale im Berner Egghölzli. Vorstandspräsident René Schnegg begrüsst die Anwesenden, worunter ein neues Vorstandsmitglied: Julius Erb vertritt neu den LPV im Vorstand. Er arbeitet als Lokführer bei SBB Cargo und ist gemeinsam mit Christoph Erker der neue Co-Zentralpräsident des LPV.
Die stellvertrende Finanzverwalterin Sia Pollari präsentiert für 2027 ein ausgeglichenes Budget. Die Finanzen des SEV sind im Lot. Der Vorstand stimmt dem Budget einstimmig zu.
Verlagerung muss fortgesetzt werden
Politikkoordinator Simon Burgunder spricht über verschiedene verkehrspolitische Themen. Der SEV hat eine Vernehmlassungsantwort zur Änderung des Güterverkehrsverlagerungsgesetzes (GVVG) geschrieben. Der Bundesrat schlägt vor, die Betriebsabgeltungen für den alpenquerenden Schienengüterverkehr bis 2035 fortzuführen, die Vorgabe jährlich sinkender Abgeltungen bis 2030 auszusetzen (und erst dann wieder jährlich zu senken) und die Differenzierung der Abgeltungen nach der Distanz abzuschaffen. Der SEV unterstützt diese Massnahmen grundsätzlich, hält sie jedoch für nicht ausreichend, um die Verlagerungspolitik nachhaltig zu sichern. Er fordert unter anderem, am Verlagerungsziel von 650 000 alpenquerenden Lkw-Fahrten pro Jahr festzuhalten, die höheren Abgeltungen für Transporte bis 600 Kilomater beizubehalten und die finanzielle Förderung ohne automatische jährliche Senkung ab 2030 fortzusetzen. Der SEV setzt sich für weitere Massnahmen ein, um die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene wieder zu beleben.
Der SEV lehnt die Schaffung einer neuen Angebotskategorie für Bahn- und Buslinien mit häufigeren Verbindungen als im Halbstundentakt ab. Das ist eine Sparmassnahme, die das Bundesamt für Verkehr einführen will. Diese Massnahme ist aus verkehrs- und klimapolitischen Gründen kontraproduktiv und könnte zu Angebotsabbau führen. Der regionale Personenverkehr (RPV) ist für die Erreichung der Klima- und Verkehrsziele der Schweiz zentral. Der SEV fordert deshalb, dass verkehrspolitische Überlegungen stärker gewichtet werden als rein finanzielle Kriterien.
Gratis-öV gefährdet Arbeitsbedingungen
Als nicht zielführend für die Verlagerungspolitik sieht der SEV die soeben lancierte «Agissons»-Initiative für einen schweizweit kostenlosen öV. Die Initiative gefährdet die nachhaltige öV-Finanzierung und würde zu einem Ausfall von Milliarden an Billetteinnahmen führen. Sie würde einen erheblichen Kostendruck verursachen, was zu Qualitätsverlust, Angebotsabbau und schlechteren Arbeitsbedingungen führen könnte.
Zu den Volksabstimmungen am 27. September fasst der Vorstand keine Parole.
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