Movodis
Personal braucht Klarheit und Sicherheit

Drei Waadtländer Transportunternehmungen wollen fusionieren. Das Projekt Movodis, mit dem Travys (Verkehrsbetrieb Vallée de Joux–Yverdon-les-Bains–Ste-Croix), LEB (Lausanne-Echallens-Bercher-Bahn) und MBC (Verkehrsbetriebe der Region Morges–Bière–Cossonay) zusammengeführt werden sollen, schreitet zwar weiter voran. Die jüngsten Spannungen rund um die künftige Führung der Holding und mehrere Rücktritte in den Leitungsgremien haben die Unsicherheiten jedoch zusätzlich verstärkt. Für das betroffene Personal ist jetzt entscheidend, dass endlich klare Antworten und verbindliche Zusagen folgen, fordert der SEV.
Bereits seit Monaten stellen sich dem Personal zahlreiche Fragen: Wo wird künftig gearbeitet? Wie werden Mehrstandorteinsätze organisiert? Welche Regelungen gelten für Arbeitszeiten, Homeoffice, Reisezeiten, Spesen und die zukünftige Aufgabenverteilung? Beim Workshop zu den Übergangsbedingungen im Juni machte das Personal deutlich, dass es rasch Klarheit über seine künftige Situation braucht. Ohne Planungssicherheit droht Movodis wertvolles Fachpersonal zu verlieren.
Führungsprobleme beim neuen Unternehmen
Der SEV bedauert, dass die aktuellen Führungsprobleme das Vertrauen in ein Projekt schwächen, das Stabilität und Verlässlichkeit erfordert. Politische und institutionelle Diskussionen dürfen nicht von den Menschen ablenken, die das neue Unternehmen künftig tragen werden.
Das Personal hat dem SEV den klaren Auftrag erteilt, seine Interessen zu vertreten und beim Übergang zu Movodis die bestmöglichen Arbeitsbedingungen auszuhandeln. Nun erwartet der SEV, dass der Verwaltungsrat rasch die offiziellen Verhandlungspartner bestimmt und einen verbindlichen Zeitplan vorlegt. Erst dann können die Verhandlungen über die Übergangsbedingungen beginnen.
Für den SEV ist klar: Die Überführung des Personals darf weder unter Zeitdruck noch zulasten der Beschäftigten erfolgen. Eine Fusion kann nur gelingen, wenn das Personal einbezogen wird und seine Arbeitsbedingungen gesichert sind.
Neuer GAV LEB angenommen
Ein wichtiges Signal in dieser Phase ist der neue Gesamtarbeitsvertrag bei der LEB-Bahn, der bereits geregelte Errungenschaften beibehält und mehrere Verbesserungen bringt. Die SEV-Mitglieder haben den neuen GAV mit 100 Prozent Ja-Stimmen bei einer Stimmbeteiligung von 66 Prozent angenommen. Er wurde am 30. Juni in Echallens offiziell unterzeichnet.
Gerade im Hinblick auf die bevorstehende Fusion stellt dieser Abschluss einen wichtigen gewerkschaftlichen Erfolg dar. Er stärkt den Schutz der Arbeitsbedingungen und schafft eine verlässliche Grundlage für das Personal der LEB während den anstehenden Veränderungen.
Yves Sancey
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