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Patrick Kummer antwortet

Statt Kameras wieder mehr Personal!

Was hält der SEV von der geplanten Kundenüberwachung mit Kameras an Bahnhöfen?

© Pixabay / Peggy und Marco Lachmann-Anke

Der SEV lehnt die biometrische Identifikation mittels Gesichtserkennungssystemen sowie die biometrische Kategorisierung von Menschen anhand ihrer Merkmale generell strikt ab. Das gilt grundsätzlich, ob nun an Bahnhöfen oder sonstigen öffentlich zugänglichen Orten. Auch die Installation von Infrastruktur zur biometrischen Gesichtserkennung ist aus Sicht des SEV gefährlich, da diese die Voraussetzung für unangemessene Überwachungsmassnahmen schafft.

Das Vorhaben der SBB hat verständlicherweise Besorgnis ausgelöst und Fragen aufgeworfen. Die SBB beteuert jedoch, dass weder heute noch in Zukunft Gesichtserkennung eingesetzt werde. Zudem sollen keine biometrischen Daten erhoben werden. Diese Beteuerungen sind enorm wichtig, müssen aber auch durch entsprechende Massnahmen flankiert werden! Ausserdem muss auch sichergestellt werden, dass diese Beteuerungen für die Zukunft weiterhin gelten. Tatsächlich gehe es der SBB um die Messung der Kundenfrequenzen an Bahnhöfen, wird von dort angemerkt. Aus Sicht des SEV sollte sich die SBB prioritär auf ihre Kernaufgaben fokussieren, nämlich ihre Service-public-Leistungen im Personenverkehr und der Schieneninfrastruktur. Ob die Messung von Kundenfrequenzen dazu einen wesentlichen Beitrag leistet, ist aus Sicht des SEV fraglich.

An Bahnhöfen braucht es keine zusätzlichen Kameras zur Messung der Kundenfrequenzen. Es braucht jedoch wieder mehr Personal an Bahnhöfen, mehr persönliche Beratung und mehr persönlichen Kundenkontakt. Durch mehr Personal an Bahnhöfen wird das Sicherheitsgefühl der Reisenden und des Personals sowie die Kundenzufriedenheit signifikant erhöht.

Patrick Kummer ist Gewerkschaftssekretär und beim SEV für die SBB-Divisionen Immobilen und Konzernbereiche verantwortlich.

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