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Südostbahn

SOB: Holdingorganisation birgt Risiken

Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) wird in eine neue Organisationsform überführt. Fürs Personal bleibt noch einiges unklar.

Das Organigramm der SOB-Holding ab 1. Januar 2020.

Ende Januar 2018 hat der Verwaltungsrat der SOB die zukünftige rechtliche Struktur verabschiedet und die Geschäftsleitung mit der Vorbereitung der geeigneten Organisationsform betraut. Unter dem Dach der künftigen Holding «Schweizerische Südostbahn AG» werden die neu gegründeten Aktiengesellschaften «Infrastruktur» und «Transport» als Tochtergesellschaften auftreten.

Druck von oben

Die SOB nennt auf Anfrage zwei Gründe für die Reorganisation des Unternehmens. Auf der einen Seite verlange das Bundesamt für Verkehr seit Jahren, dass die Infrastruktur der SOB in einer eigenen AG geführt wird, mit Eigentumsmehrheit bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Andererseits sei auch der Einstieg der SOB in den Fernverkehr ab Dezember 2020 ausschlaggebend.

Unklarheit beim Personal

Die Neuorganisation hat gemäss SOB keinen Stellenabbau zur Folge. Im Gegenteil soll dank dem Fernverkehr der Personalbestand beim Lok- und Zugpersonal sogar erhöht werden. Auch in den anderen Bereichen wie beispielsweise in der Verwaltung, werde es keinen Abbau geben.

Der SEV ist dennoch kritisch: «Wir begrüssen, dass die Reorganisation ohne Folgen für den Personalbestand umgesetzt werden kann. Allerdings sind wir auch beunruhigt über den Status des Personals», gibt SEV-Präsident Giorgio Tuti zu bedenken. «Mit der geplanten Aufteilung der Mitarbeitenden in die drei AGs besteht das Risiko von drei unterschiedlichen GAVs mit entsprechenden Auswirkungen auf die jeweiligen Arbeitsverträge. Das darf nicht passieren! Wir halten hier unser Augenmerk drauf und werden die Umsetzung eng begleiten. Auch mit unserer Erfahrung, die wir bereits in der Westschweiz (bei den TPF) gemacht haben.»

Chantal Fischer

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