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SEV-Kampagne für kürzere Dienstschichten

10 Stunden sind reichlich genug

Arbeitstage mit zu langen Dienstschichten schaden der Gesundheit und belasten das Familien- und Gesellschaftsleben.

Die Vorstandsmitglieder der SEV-VPT-Sektion tl haben dem Schneetreiben getrotzt, um die Flugblätter der Kampagne «10 Stunden sind genug!» zu verteilen.

Wenn die Arbeit um 7 Uhr am Morgen beginnt und um 20 Uhr am Abend endet, ergibt das eine Schicht von 13 Stunden. Die «effektive» – und bezahlte! – Arbeitszeit beträgt allerdings nur 7 Stunden, wenn der Arbeitstag von einer oder zwei Pausen von total 6 Stunden Dauer unterbrochen wurde.

Mit solchen Dienstschichten kommen manche Busfahrer klar – insbesondere, wenn sie in der Nähe des Dienstortes wohnen. Für die überwiegende Mehrheit dagegen sind solche Schichten eine echte Mühsal: ihr Familienleben leidet, und sie können am gesellschaftlichen Leben kaum mehr teilnehmen. Aber auch gesundheitliche Beschwerden sind die Folge der in die Länge gezogenen Arbeitstage. Dies betrifft nicht nur die Busfahrer: Auch das technische Personal von öV-Unternehmungen ist teilweise solchen schwierigen Dienstplänen unterworfen.

Im GAV kürzere Dienstschichten festschreiben

Die Busbranche des SEV hat deshalb die Kampagne «10 Stunden sind genug!» lanciert. Barbara Spalinger, die Vizepräsidentin unserer Gewerkschaft SEV, erklärt den Grund dieser Aktion: «Obschon das Arbeitszeitgesetz Dienstschichten von 12 Stunden und mehr zulässt, ist es unser Ziel, in den GAV die Länge der Dienstschichten zu begrenzen.»

Kürzere Dienstschichten, gleich viele Freitage

Nach der Medienkonferenz des SEV am Donnerstag, 6. Dezember, haben die Vorstandsmitglieder der SEV-Sektion «Transports publics de la région lausannoise (tl)» am schnellsten reagiert. Sie führten schon am Freitagnachmittag eine Sensibilisierungsaktion durch, bei der sie am Platz Saint-François Flugblätter der Kampagne «10 Stunden sind genug!» an Arbeitskolleg/innen verteilten. Auf den Flyern stellt ein kleines Comic anschaulich dar, was Busfahrer aushalten müssen, die überlange Dienstschichten leisten müssen. SEVGewerkschaftssekretär Christian Fankhauser meinte in einer ersten Reaktion: «Die Busfahrer finden es eine sehr gute Idee, die Verkürzung der Dienstschichten zu fordern. Leider befürchten viele, dass dadurch die Zahl ihrer Ruhetage verringert würde. Das ist absolut falsch und wäre unsinnig! Diese Furcht ist unbegründet. Wir wollen die Zahl der Arbeitsstunden in einer kürzeren Arbeitsschicht unterbringen und dabei die Zahl der Ruhetage beibehalten!»

Alberto Cherubini / pan.

Impressionen von der Aktion in Lausanne

Fotos: Alberto Cherubini, SEV

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