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Umfrage zur Gesundheit von Buschauffeuren

Mehr Schlafstörungen und weniger Appetit

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) läutet die Alarmglocke zum Gesundheitszustand des fahrenden Personals im öffentlichen Verkehr. Beim Vergleich der Umfragewerte von 2010 und 2018 ist eine markante Zunahme von Schlafstörungen und Beschwerden bei Appetit und Verdauung festzustellen. Zudem bezeichnen sich 50% der befragten Personen als gestresst. Das ist doppelt so viel wie im Schweizer Durchschnitt.

«Die Umfrage, an der gegen 500 Fahrerinnen und Fahrer aus der Schweiz teilgenommen haben, gibt ns wertvolle Aussagen zur Gesundheit am Arbeitsplatz», hält Christian Fankhauser fest, als Gewerkschaftssekretär SEV zuständig für die Branche Bus. Gewisse Resultate, etwa dass die Nachtarbeit 2018 als weniger belastend beurteilt wird als 2010, weisen darauf hin, dass die Beeinträchtigungen andernorts sichtbar geworden sind, etwa durch die Verinnerlichung von Stress, die sich in wesentlichen Zunahmen von Beschwerden bei Appetit und Verdauung in allen Altersgruppen sowie bei Schlafstörungen äussern.

Stressfaktoren wie die Aggressivität der Passagiere und anderer Verkehrsteilnehmer sind wesentlich bei der Arbeit als Busfahrerin und Busfahrer. Das erklärt eindeutig die Zunahme der Schlafstörungen.

 

Ein weiterer interessanter Punkt, das weitgehende Fehlen von Frauen in diesem Beruf, dürfte in den Arbeitsbedingungen begründet sein (lange Arbeitstage, wenig echte Teilzeitarbeit), was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schwierig macht.

«Weiter stellen wir fest, dass das Durchschnittsalter der Chauffeure steigt. Die Unternehmen haben Mühe, geeignetes Personal einzustellen. Der wenig attraktive Beruf (7-Tage-Woche während 22 von 24 Stunden samt Feiertagen, lange und anstrengende Arbeitseinsätze) mag das Problem teilweise erklären», erläutert Christian Fankhauser.

 

Eine weitere beunruhigende Feststellung ist, dass ein Drittel der Befragten angibt, schon zur Arbeit gegangen zu sein, ohne im Vollbesitz ihrer Kräfte gewesen zu sein. «Muss man daraus folgern, dass die Absenzbewirtschaftung, die die Unternehmen eingeführt haben, als Druckmittel wahrgenommen wird, wenn ein Drittel des Personals krank zur Arbeit geht, um die Absenz nicht begründen zu müssen?», fragt Christian Fankhauser und ergänzt: «Dieser Umstand muss die Unternehmen beschäftigen, besonders in Verbindung mit der Sicherheit der Passagiere.»

Gestützt auf diese Ergebnisse wird der SEV verstärkt bei den Unternehmen vorstellig werden, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Es geht darum, den Stress bei der Arbeit zu reduzieren. «Man muss insbesondere Dienstschichten vermeiden, die über 10 Stunden täglich hinausgehen. 80% der Befragten beurteilen eine solche Präsenz von über zehn Stunden als belastend», betont Christian Fankhauser. Weiter erwartet der SEV von den Unternehmen, dass sie eine Absenzbewirtschaftung führen, die nicht einen Präsenzzwang bewirkt, und dass sie alles daran setzen, den Beruf attraktiver zu machen.

Resultate der Umfrage:

PDF-Dokument, 1,23 MB (anklicken für Download)

Weitere Informationen:

Christian Fankhauser, Gewerkschaftssekretär SEV, 079 742 96 32

Kommentare

  • Hans-Ruedi Obrist

    Hans-Ruedi Obrist03/03/2019 12:13:24

    Ich war 40 Jahr in einem ÖV - Unternehmen tätig in verschiedenen Kaderfunktionen. Ich kenne die Absenzbewirtschaftung der Unternehmungen und kann bestätigen, dass es auch als Druckmittel eingesetzt wird. Leider sind die Vorgesetzten der Fahrdienstmitarbeiterinnen und Fahrdienstmitarbeit oft unerfahren und verfügen selber über wenig Betriebzugehörigkeit. Die Belastungen einer Fahrdienstmitarbeiterin oder eines Fahrdienstmitarbeitern können Sie daher nur schwer nachvollziehen. Durch diesen Umstand fehlen dann die nötigen Maßnahmen um die Stressfaktoren zu reduzieren.

  • Martinez Jose

    Martinez Jose03/04/2019 04:22:21

    cela est aussi valable pour le personnel de l'entretien, qui fait aussi des horaires irréguliers, et vu que maintenant, grâce au SEV, on a plus que un week-end de libre par mois, on a plus de tour de reserve où on peut nous faire passer d'un tour de jour, à un tour de nuit en moins de 24 heures, après on s'etonne que le personnel qualifié s'en aille, et que des temporaires qui ne connaissent rien sont engagés, il faut les former, en même temps que l'on bosse bien sur, sans compensation, etc., etc., etc. comment voulez vous que la santé aille bien ?

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