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CARTE BLANCHE

Es geht los!

(c) Klimastreik

CARTE BLANCHE für Robin Augsburger, Zivildienstleistender, aktiv in der Klimastreikbewegung Neuenburg.

Es geht los, hörten wir am 4. Mai auf der Strasse. Vor fast eineinhalb Jahren begann die Bewegung des Klimastreiks. Hunderte, Tausende von Veranstaltungen fanden statt. Studentenstreiks in einem Land, das sich bekanntermassen davor ängstigt. Demonstrationen, die mehr Menschen zusammen- brachten, als es die Klimamärsche je zuvor getan hatten. Volksversammlungen, Verteilung von unverkauften Lebensmitteln, Blockaden, Konferenzen – auch in Zeiten der Pandemie, im Internet. Neue Verbindungen zwischen Organisationen, eine internationale Bewegung. Die Föderation fast aller Umweltbewegungen. Feministische Kollektive. Verbündete in den Gewerkschaften. Auch die etablierten Parteien sind–zumindest in Worten– dem ökologischen Imperativ verpflichtet.

Aber natürlich würde all dies unser politisches und wirtschaftliches System nicht verändern, wir würden bis 2030 weder Klimaneutralität noch Klimagerechtigkeit erreichen. Deshalb wurde mit dem Klimastreik ein Projekt ins Leben gerufen, das in dieser Zeit der grossen Umwälzungen, der historischen Demonstrationen, der feministischen Streiks, des allgemeinen Bewusstseins und der gewerkschaftlichen Erneuerung umsetzbar ist: ein Generalstreik; wie wir seit 1918 keinen mehr gesehen haben.

Unterstützt vom SGB und seinen Mitgliedern, von den Gewerkschaften der neugeborenen Syndibasa und von Vereinigungen wie den «Klima-Grosseltern Schweiz», die von günstigen Positionen linker Parteien profitieren, hätte der Streik für die Zukunft – als erster Schritt eines Generalstreiks – am 15. Mai stattfinden sollen, mit dem Ziel, Streiks der Arbeitenden zu organisieren.

Verschoben ist nicht abgesagt; dieser Streik wird stattfinden, die beteiligten Organisationen bleiben mobilisiert. Und wir bleiben aktiv: Schulungen, Schock-Aktionen, Zusammenarbeit mit Uniterre für den Streiktag der Bauern, Petitionen, Solidaritätsnetze... und Mobilisierung im Hinblick auf den 15. Mai.

Auch wenn das ursprüngliche Projekt verschoben wird, wird es an diesem Tag Aktivitäten geben wie den Klimaalarm um 11:59 Uhr, drei Webradios (Französisch, Deutsch, Italienisch), einen Banner-Wettbewerb, eine Online-Mobilisierung (#ChallengeForFuture) und Überraschungsaktionen. Unsere Forderungen bleiben aktuell: Wir müssen gegen dieses Wirtschaftssystem kämpfen, das auf unendlichem Wachstum basiert; gegen unsere Behörden, die den Fluggesellschaften einen Kredit von 1,9 Mia. ohne Gegenleistung für Beschäftigung oder Umwelt gewähren; gegen den Gewerbeverband, der uns mehr arbeiten lassen und gleichzeitig die Sozialabgaben senken will; gegen Unternehmen, die von Kurzarbeit profitieren, aber Millionen an Dividenden zahlen...

Wir kämpfen weiter, am 15. Mai und danach. Gemeinsam werden wir gewinnen. Es fängt alles an...

Hier gehts zur Challenge for future: https://www.challengeforfuture.ch/