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Giorgio Tuti antwortet

Was sagt der SEV zum Klima?

Könnte sich der SEV zur aktuellen Klimadebatte einbringen? Am Billettschalter in Zürich HB haben wir viel mehr Kunden, die nach Spanien oder Nordeuropa per Zug verreisen möchten. Leider sind die IT-Systeme und Zugverbindungen oft so dürftig, dass Kunden wieder auf das Flugzeug wechseln… Wäre es möglich, diese Fragen an europäische Zusammenkünfte mitzunehmen?

Die Bahn ist sicher umweltschonender als der motorisierte Individualverkehr und als das Flugzeug, zumindest über kurze und mittlere Distanz. Dennoch haben alle drei Verkehrsträger ihre Berechtigung. Der SEV organisiert bei allen Dreien Mitglieder und setzt sich seit Jahren für den Bahnausbau ein. Schlechte IT-Systeme und Verbindungen bzw. gar keine Nachtzüge mehr sind natürlich nicht kundenfreundlich und beim Verkauf ein Handicap. Und sie werden nicht besser, wenn man im Namen des freien Marktes die Konkurrenz zwischen den Bahnen mehr fördert als ihre Kooperation. Die Bahnen müssen hier besser zusammenarbeiten, statt sich zu bekämpfen.

Natürlich wäre die Bahn konkurrenzfähiger, wenn auf Flugbenzin ebenfalls Klimaabgaben erhoben würden wie auf den übrigen Treibstoffen. Und wenn sich Billig-Airlines und Flughafendienstleister nicht mit Lohn- und Sozialdumping auf Kosten der Mitarbeitenden und der anständigen Arbeitgeber Wettbewerbsvorteile verschaffen würden. Dies bekämpft der SEV vehement und überall.

Grundsätzlich wäre es für das Klima gut, wenn möglichst wenig geflogen und gefahren würde. Doch Lenkungsabgaben müssen für alle tragbar sein und deshalb Menschen mit tieferen Einkommen zumindest teilweise oder ganz zurückerstattet werden. Das gilt besonders für das Pendeln, denn gependelt wird nicht freiwillig. Wenn Firmen Arbeitsplätze verlagern und damit Pendler/innen produzieren, sollten sie eine Klimaabgabe bezahlen müssen, dann würden sie wohl auch weniger Stellen verlagern.

 

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