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Daniela Lehmann antwortet: Autonome Fahrzeuge

Selbstfahrenden Linienbus der Verkehrsbetriebe Schaffhausen

In Sion, Marly, Cossonay, Genf und kürzlich in Zug fanden Tests mit einem automatisierten Shuttle statt. Wie steht der SEV dazu und generell zu autonomen Fahrzeugen im öffentlichen Verkehr?

Daniela Lehmann

Die Erkenntnisse aus den Versuchen mit dem Minibus MyShuttle in Zug zeigen auf, dass wir trotz euphorischer Überschriften wie «Minibus MyShuttle hat Mischverkehr erfolgreich gemeistert» von einer kommerziellen Nutzung noch weit entfernt sind.

Aus gewerkschaftlicher Sicht stellt sich in erster Linie die Frage des Personals auf den Fahrzeugen. Der Versuch in Zug hat gezeigt, dass die Passagiere ein hohes Vertrauen in das Fahrzeug sowie in die anwesenden Sicherheitsfahrer hatten. Die Zahl der Passagiere war allerdings gering; es handelte sich vorwiegend um an Innovationen interessierte Personen.

Wichtig ist auch der Hinweis auf den Sicherheitsfahrer. Wir sind der Überzeugung, dass es auch auf automatisierten Fahrzeugen immer Personal brauchen wird! ÖV braucht ein Gesicht, denn das Personal trägt dazu bei, dass auch die subjektive Sicherheit erhalten bleibt. Oder wie im Bericht zu MyShuttle etwas widersprüchlich geschrieben steht: «Zur Einführung von neuen vollautomatisierten Services ohne Begleitpersonal muss ein starkes Team vor Ort sein, um umgehend die Spannung zwischen Kunden zu lösen.»

Örtlich macht der Einsatz automatisierter Fahrzeuge im Kontext des öffentlichen Verkehrs aus Sicht des SEV nur dort Sinn, wo der klassische öV kein Angebot bietet, also zum Beispiel auf der letzten Meile.

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