| Aktuell / SEV Zeitung

Vorstand SEV

Beteiligt statt betroffen: wie man mobilisiert

Die Mitglieder des SEV- Vorstandes haben an ihrer Sitzung ausführlich über die Zukunft des Hotels Brenscino diskutiert. Des Weiteren präsentierte Manuel Avallone einen Mobilisierungs-Leitfaden.

Anlässlich der Vorstandssitzung des SEV, die am 16. Mai in der Zentrale der Gewerkschaft in Bern stattfand, schlüpften die Vorstandsmitglieder für eine geraume Zeit in ihre «zweite Rolle», jene der Delegierten der FSG, der Ferien- und Skihausgenossenschaft der Eisenbahner/innen. Der Vorstand nahm Kenntnis vom Jahresbericht und von der Jahresrechnung, die von Aroldo Cambi, dem Finanzverantwortlichen des SEV, der auch für die FSG zuständig und verantwortlich ist, vorgelegt wurden, und genehmigte sie. Der Umsatz konnte letztes Jahr um 9 % gesteigert werden und der Auslastungsgrad lag bei rund 60 Prozent, was ebenfalls eine Steigerung gegenüber 2012 darstellt.

Wie weiter mit dem Hotel Brenscino?

Weniger positiv ist nach wie vor die Lage des Hotels Brenscino in Brissago. Im Jubiläumsjahr 2013 haben nur 890 SEV-Mitglieder im Hotel Brenscino übernachtet, das heisst: nur 2 bis 3% aller SEV-Mitglieder. Und das laufende Jahr 2014 hat laut jüngstem Bericht des Hoteldirektors nicht gut angefangen. Das Hotel ist nach wie vor defizitär und könnte ohne Zuschüsse der Gewerkschaft nicht weiter betrieben werden.

Potenzialanalyse soll Möglichkeiten aufzeigen

Das Hotel muss finanziell mittelfristig auf eigene Füsse kommen, weshalb alle Möglichkeiten evaluiert werden sollen. Deshalb wurde den Vorstandsmitgliedern, die sich Gedanken zur Zukunft des Hotels Brenscino machten, vorgeschlagen, Fachleute damit zu beauftragen, das Potenzial des Hotels zu evaluieren. Nach längerer Debatte wurde diesem Vorgehen grossmehrheitlich zugestimmt. Bis in drei oder vier Monaten sollen die Resultate dieser Analyse vorliegen.

Ein neuer «Leitfaden» fürs Mobilisieren

Nachdem sich der Vorstand wieder seinen normalen Aufgaben zugewandt hatte, hat er sich schwergewichtig mit der Mobilisierung befasst. SEV- Vizepräsident Manuel Avallone präsentierte eine nützliche Checkliste, die bei der Mobilisierung eingesetzt werden kann – sei es bei Demonstrationen, bei Unterschriftensammlungen, Flugblattverteilaktionen oder (harten) Kampfmassnahmen. Dabei unterstrich er die Wichtigkeit, für die Aktion Verantwortliche zu bezeichnen, klare Ziele zu benennen und die Kosten zu bestimmen, die Anzahl benötigter Leute usw. Ausserdem ist es wichtig, ein klares Thema zu bestimmen und nicht alles und jedes «hineinzuwursten». «Um aus einer ‹betroffenen Person› eine ‹beteiligte Persönlichkeit› zu machen, genügt es nicht, ein Mail zu versenden oder weiterzuleiten. Hinterher muss auch kontrolliert werden, ob die Botschaft gut angekommen und verstanden worden ist», erklärte Manuel Avallone. Die Anwesenden waren sich einig, dass persönliche Kontakte für die Mobilisation unabdingbar sind und dass sie deswegen gepflegt werden müssen. Der neue «Leitfaden» steht ab sofort zur Verfügung.

Der Vorstand hat ausserdem einige laufende Geschäfte behandelt.

Henriette Schaffter / pan.

Kommentare

  • Gerjhard Grossglauser

    Gerjhard Grossglauser18/06/2014 15:27:35

    Guten Tag
    Als ehemaliges SEV-Mitglied, seit 1972 aber im Sozialwesen der Schweiz tätig, kenn ich natürlich das Hotel Brenscino bestens. Die im TAGI und dem Bund erschienen Zeitungsartikel tragen nicht gerade zu einer positiven Ausstrahlung bei. Ein Hotelbetrieb hat sich nach den wirtschaftlichen Aspekten zu richten und in zweiter Linie kann ein Verband als Besitzer, bei seinen aktuell rund 40'000 Mitgliedern mittels Verbilligungen aktiv mittragen helfen. Nachdem das CH-Volk die Mindestlohn-Initiative klar abgelehnt hat, sollte sich m.E. der SEV nicht durch Journalisten gedrängt fühlen, im Brenscino dennoch die Einführung eines Mindestlohn von CHF 4'000.-- zu veranlassen. Die Realität zeigt, dass in einem Hotelbetrieb solche Massnahmen kaum für eine positivere Entwicklung förderlich sind. Ich denke, die Urgedanken für ein Brenscino lagen im Angebot von erholsamen und günstigen Ferien mit optimalem Komfort. Trotz marktwirtschaftlichen Überlegungen sollte dieser Ursprung nicht vergessen gehen.
    Mit freundlichem Gruss
    G. Grossglauser, 3065 Bolligen

Kommentar schreiben