| Aktuell / SEV Zeitung

Lausanner Verkehrsbetriebe

Petition für echte Verhandlungen

Delegation des Sektionsvorstands SEV-VPT TL vor der Petitionsübergabe.

727 Unterschriften in wenigen Wochen: Die Botschaft an die Direktion der Lausanner Verkehrsbetriebe (TL) ist deutlich. Am 24. September übergab eine Delegation der SEV-VPT-Sektion TL im Depot Perrelet eine Petition. Sie fordert echte Verhandlungen und die Rücknahme von Massnahmen, die das Personal finanziell belasten.

Umstrittener Mobilitätsplan

Der neue Mobilitätsplan ist seit dem 1. September in Kraft und soll nachhaltigere Arbeitswege fördern. Viele Mitarbeiter:innen sehen darin jedoch vor allem zusätzliche Kosten. Wer wegen Früh- oder Spätdiensten auf einen Parkplatz angewiesen ist, bezahlt neu 10 Franken pro Monat. Gleichzeitig kostet das bisher kostenlose FVP-GA 2. Klasse neu 170 Franken pro Jahr.

«Dieses Ergebnis ist eine deutliche Botschaft: Die Arbeitnehmer:innen akzeptieren nicht, dass die Kosten des neuen Mobilitätsplans auf ihre Schultern abgewälzt werden», sagt Aline Zuber, Gewerkschaftssekretärin SEV und zuständig für die TL.

Der Konflikt dauert bereits seit zwei Jahren. Schon 2024 forderte der SEV echte Verhandlungen und einen Mobilitätsplan, der die Kaufkraft des Personals nicht verschlechtert. Gespräche fanden zwar statt, doch die Direktion lehnte formelle Verhandlungen und eine Vereinbarung ab. Im Herbst 2025 lehnten die SEV-Mitglieder bei den TL den neuen Mobilitätsplan einstimmig ab.

Eine Frage des Respekts

Für Manuel José Antunes de Lima, Präsident der SEV-Sektion TL, geht es um mehr als Geld: «Es ist eine Frage der Anerkennung und des Respekts gegenüber dem Personal.» Die Fahrer:innen und Mitarbeiter:innen anderer Berufsgruppen sorgen täglich dafür, dass das Netz funktioniert. Viele beginnen frühmorgens oder arbeiten bis spätabends und können ihr Verkehrsmittel für den Arbeitsweg kaum frei wählen. «Unter diesen Umständen wird es als zutiefst ungerecht empfunden, wenn sie mehr bezahlen müssen, um zur Arbeit zu kommen.»

Die Petition fordert nun echte Verhandlungen zwischen den TL und dem SEV sowie die Rückkehr zur Kostenfreiheit des FVP-GA 2. Klasse und der Parkplätze für Mitarbeiter:innen mit Früh- und Spätdiensten.

Für den SEV ist klar: Nachhaltige Mobilität lässt sich nicht gegen das Personal gestalten, sondern nur gemeinsam mit ihm.

Yves Sancey

Hast du einen Kommentar oder eine Frage zum Artikel? Schicke eine Mail an den/die Autor:in oder an