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SEV-GATA

Swiss: Arbeitsbedingungen und Beteiligung am Erfolg verbessern!

SEV-GATA fordert insbesondere spürbare Zeiterleichterungen bei den Arbeiten am Flugzeug. © Swiss International Air Lines

Im Jahr 2024 hat die Fluggesellschaft Swiss erneut ein gutes Ergebnis geschrieben. Zum wiederholten Mal belegt die Schweizer Tochter in der Lufthansa-Gruppe den Spitzenplatz. «Dies gibt den ersehnten Spielraum, um die Arbeitsbedingungen zeitnah zu verbessern, insbesondere im Schichtbetrieb», fordert Philipp Hadorn, Präsident von SEV-GATA, der Luftverkehrsabteilung des SEV. «Und das Personal muss angemessen am finanziellen Erfolg beteiligt werden.»

«Während im Bürobereich mit ersten Massnahmen spürbare Verbesserungen des Arbeitsklimas erreicht werden konnten, ist der Nachholbedarf bei den Arbeiten am Flugzeug noch gross», hält Philipp Hadorn fest. «Die Führung um den neuen CEO hat nun die Chance, gerade den Mitarbeitenden, die bei Tag und Nacht, jedem Wetter und oft unter betrieblicher Hektik an den Flugzeugen arbeiten, spürbare Zeiterleichterungen zu gewähren», führt Hadorn aus und ergänzt: «Mit solcher Wertschätzung bleibt das Unternehmen auch für die international umworbenen lizenztragenden Engineers attraktiv.»

Aber auch, um sich punkto Qualität für die Zukunft weiterhin einen Spitzenplatz unter den Airlines zu sichern, muss die Swiss ihre nachhaltig gute, finanzielle Entwicklung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen nutzen, empfiehlt SEV-GATA. Denn bei der Qualität hat die Airline durchwegs noch Luft nach oben, wie die Ratings zeigen. «Gute Arbeitsbedingungen führen zu noch besseren Leistungen und mehrwertigen Produkten», ist Philipp Hadorn überzeugt.

Zu tiefe Erfolgsbeteiligung für das Personal

«Das gute Ergebnis ist die Summe einer grossartigen Teamleistung aller Mitarbeitenden. Dafür gebührt ihnen mein grosser Dank», wird CEO Jens Fehlinger in der Swiss-Medienmitteilung vom 6. März zitiert. Dennoch bleibt die Beteiligung der dem GAV unterstellten Mitarbeitenden an dem von ihnen erarbeiteten, hervorragenden Ertrag von 684 Mio. Franken mit 600 Franken pro Vollzeitstelle allzu bescheiden. Zum Vergleich: Letztes Jahr waren es 2591.50 Franken gewesen bei einem Ertrag von 718 Mio.

«Das ist unverständlich und geht so nicht!», sagt Philipp Hadorn. «Diesmal wurden die Zielvorgaben so unrealistisch hoch angesetzt, dass das Personal sie nur zu einem marginalen Bruchteil erreicht haben soll. Die Mitarbeitenden werden so um ihren Erfolgsanteil betrogen.» SEV-GATA fordert von der Swiss-Leitung für 2024 eine «passable, plausible Erfolgsbeteiligung». Und zweitens, dass in den GAV Modalitäten aufgenommen werden, die solche Vorgänge künftig verhindern. Insbesondere steht der Verdacht im Raum, dass die Muttergesellschaft Lufthansa in dieser Sache Einfluss genommen hat.

Markus Fischer
markus.fischer@sev-online.ch

Zweitbestes Ergebnis, seit es die Swiss gibt

Die Swiss hat 2024 mit dem zweitbesten Ergebnis ihrer Geschichte in Höhe von 684 Millionen Franken an das Rekordjahr 2023 angeknüpft (718 Mio.). Die operativen Erträge in Höhe von 5,6 Milliarden lagen 6 % über Vorjahr und damit so hoch wie noch nie. Swiss transportierte letztes Jahr 18 Millionen Passagiere – 9,2 %mehr als im Vorjahr. «Die Zahlen belegen: Swiss ist stark, stabil und gesund. Dieses gute Resultat ist wichtig. Es ermöglicht Swiss wichtige Investitionen in ihr Produkt und in die Pünktlichkeit», teilte die Airline am 6. März mit. «Aus dieser starken Position kann Swiss auch ihre Pionierrolle in den Bereichen Innovationen und Nachhaltigkeit weiter ausbauen.»