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Funk Lisa: SBB ergreift Massnahmen, aber Unfälle bleiben möglich

Beim 2015 eingeführten Rangierfunk Lisa kommt es bis heute immer wieder zu Verbindungsunterbrüchen, die zu gefährlichen Situationen führen. Deshalb forderte der SEV-Unterverband des Rangierpersonals (RPV) – unterstützt vom Unterverband TS und der SEV-Leitung, den Einsatz von Lisa zu stoppen (siehe SEV-Zeitung vom 5. Dezember). Am 29. November liess sich eine SEV-Delegation von SBB-Verantwortlichen über die eingeleiteten Massnahmen informieren und brachte Vorschläge ein. Am 6. Dezember kündigte die SBB in einem Newsletter folgende Massnahmen an:

  • Sensibilisierung der Mitarbeitenden, bei Funkunterbruch (kein Kontrollton) oder Unsicherheiten betreffend Funkverbindung die Rangierfahrt sofort zu stoppen.
  • Weil die Qualität der Netzabdeckung und Funkverbindungen je nach Standort unterschiedlich ist, prüft die SBB auf Basis der Rückmeldungen der Mitarbeitenden die Verlässlichkeit der Funkverbindung pro Einsatzgebiet. Ist diese unzureichend, wird der Einsatz alternativer Geräte geprüft. Ist dieser nicht möglich und gibt es keine zufriedenstellende und sicherere Alternative, so müssen Massnahmen ins Auge gefasst werden, um die Sicherheit des Rangierpersonals zu gewährleisten. Mehrere Möglichkeiten sind zurzeit in Erarbeitung und können im Extremfall dazu führen, dass in gewissen Gebieten vorläufig nicht mehr rangiert wird.
  • Die Rückmeldungen werden ausgewertet und die Resultate gegenüber den Mitarbeitenden standortbezogen offengelegt.
  • Die SBB tauscht sich mit den Lisa-Nutzer/innen an den betroffenen Standorten aus: Gemeinsam mit diesen klärt sie die lokalen Fehlerbilder, bewertet die Ursachen und die Dauer zur Behebung und prüft Alternativen. Erste Standortbesuche finden noch vor Weihnachten statt.
  • Der Rückbau des analogen Funknetzes wird momentan gestoppt.
  • Die SBB prüft, zusätzlich zum heutigen Kanal für sicherheitsrelevante Meldungen eine telefonische Meldestelle einzurichten.
  • Defekte Gerätehüllen werden laufend ersetzt. Ab Sommer 2020 werden alle Geräte durch neue ersetzt, deren Gehäusehüllen wasserdicht und schlagfest sind.

«Wir sehen den guten Willen, haben aber weiterhin Sicherheitsbedenken», sagt RPV-Zentralpräsident Hanspeter Eggenberger. «Denn an manchen Standorten ist es in den letzten Tagen weiterhin zu Verbindungsunterbrüchen gekommen. Dort wäre es für die Sicherheit besser, mit Lisa nicht mehr zu rangieren, sondern nur noch ‹trocken› Verbindungskontrollen zu machen. Für diese Standorte sollte man doch noch genügend alte, analoge Geräte auftreiben können. Zudem sollte man sich bereits jetzt nach einem alternativen Gerät umschauen. Denn nachdem Lisa sich seit zehn Jahren nicht bewährt hat, glauben wir nicht, dass dies in nächster Zeit noch möglich sein wird.»

SEV-Gewerkschaftssekretär Jürg Hurni ergänzt: «Wir erwarten, dass die sogenannten ‹Hotspots› unverzüglich angegangen und Massnahmen sofort definiert werden.»

Markus Fischer

Kommentare

  • El khaddar

    El khaddar25/12/2019 23:40:04

    Als Ehemaliger Rangierarbeiter würde ich nicht lange fackeln, das Funkgerät lisa nachdem Verbindungsunterbrüchen gab,sollte aus Sicherheitsgründen nicht mehr für das Rangiermanöver und dergleiche verwendet werden, es geht um sein oder nicht sein...,und berufe mich auf die RDR.Vorschriften.

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