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Lohnverhandlungen mit SBB gescheitert

Schiedsgericht muss über SBB-Löhne entscheiden

Bei den Lohnverhandlungen mit der SBB ist keine Einigung zustande gekommen. Die Gewerkschaften rufen nun das Schiedsgericht an, wie es im Gesamtarbeitsvertrag vorgesehen ist.

In der dritten und letzten Verhandlungsrunde hat die Verhandlungsgemeinschaft der Personalverbände (SEV, transfair, VSLF und KVöV) nochmals einen grossen Schritt gemacht und ihre Forderung weiter reduziert: Sie verlangte lediglich noch die Gleichbehandlung mit dem Bundespersonal; dieses erhält 0,6 Prozent Lohnerhöhung für alle sowie die Mittel für die systembedingten Lohnerhöhungen. Das hätte bei der SBB insgesamt rund 1,9 Prozent der Lohnsumme ausgemacht. Über die konkrete Verteilung zeigten sich die Personalvertreter verhandlungsbereit.

Die SBB ihrerseits bewegte sich praktisch nicht vom Fleck. Sie erhöhte lediglich die angebotene Einmalzahlung von 200 auf 300 Franken pro Person zulasten des Jahresergebnisses 2009, welches rekordverdächtig hoch sein dürfte – dank der guten Arbeit des Personals! Für 2010 bot die SBB lediglich 0,4 Prozent der Lohnsumme für systembedingte Erhöhungen, was nur gerade einen Drittel der Systemanstiege abgedeckt hätte. «Das hätte für die allermeisten Angestellten eine Nullrunde bedeutet», betont SEV-Vizepräsident Manuel Avallone, der die Verhandlungsdelegation der Personalverbände angeführt hat.

Angesichts dieser eklatanten Differenzen der Positionen kam keine Einigung zustande. Die Gewerkschaften werden nun das im Gesamtarbeitsvertrag für diese Situation vorgesehene Schiedsgericht anrufen. Es dürfte März werden, bis ein Entscheid vorliegt.

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