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SEV-Delegation an Eisenbahnerkundgebung in Bregenz

«Ausschreibungen bringen nichts»

Der so genannte Wettbewerb im öffentlichen Verkehr bringt grosse Kosten, aber kaum einmal Nutzen. Heute haben europäische Bahngewerkschaften in Bregenz an einer Kundgebung gegen die Liberalisierung des Personenverkehrs protestiert. Der SEV war mit einer eigenen Delegation dabei.

Die Erfahrungen in der Schweiz sind eindeutig: Ausschreibungen im öffentlichen Verkehr lohnen sich kaum. Trotz grossem Aufwand ergeben sich daraus kaum Verbesserungen bei den Leistungen, der Sicherheit oder den Angeboten. «Ausschreibungen lohnen sich lediglich bei neuen Angeboten oder wenn gravierende Qualitätsmängel vorliegen», erklärte heute Giorgio Tuti an einer europäischen Kundgebung in Bregenz. Der Vizepräsident des Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonalverbands SEV ergänzte: «In allen andern Fällen sind sie hinausgeworfenes Geld!» Tuti führte die Schweizer Delegation an bei der Aktion, die die österreichische Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE) anlässlich eines informellen Treffens der EU-Verkehrsminister durchführte.

Die europäische Union formuliert zurzeit die Regeln für den liberalisierten Personenverkehr. Dabei stehen eindeutig die kommerziellen Interessen im Vordergrund. Für die europäischen Bahngewerkschaften ist klar: Es fehlen Qualitäts- und Sozialstandards zur Durchführung des öffentlichen Verkehrs. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen abgesichert werden.

SEV-Vizepräsident Giorgio Tuti betonte in Bregenz: «Was die EU beschliesst, geht uns in der Schweiz genauso an.» Weiter wies er darauf hin, dass die soziale Sicherheit des Bahnpersonals ein grenzüberschreitendes Anliegen ist, «denn der Ausschreibungswettbewerb im Personenverkehr wird auch ein internationaler Wettbewerb sein.»

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