Sicherheit im öV
Aktionstag am 3. September
Am 3. September organisiert der SEV den nächsten Aktionstag gegen Gewalt. Am 8. Juli hat das BAV verschiedene Institutionen, worunter der SEV, zu einem runden Tisch eingeladen, um über einen nationalen Aktionsplan für mehr Sicherheit im öV zu sprechen.

Zwei harmlose Worte, die jeden Tag tausendfach ausgesprochen werden: «Billette bitte.» Doch für eine:n Zugbegleiter:in können sie innert Sekunden zum Auslöser für Beschimpfungen, Drohungen oder sogar Gewalt werden. Ein fehlendes Billett, eine Kontrolle, eine Regel, die durchgesetzt werden muss: Manchmal genügt das, damit eine Situation eskaliert.
Wer im öffentlichen Verkehr arbeitet, kennt solche Momente. Manche wurden beleidigt, andere bedroht, angespuckt oder körperlich angegriffen. Aktuelle Zahlen zeigen: Das Problem ist nicht kleiner geworden. Die Zahl der Tätlichkeiten gegen das Personal im öffentlichen Verkehr verharrt auf einem erschreckend hohen Niveau.
Gewalt ist kein Teil des Berufs. Niemand sollte zur Arbeit gehen müssen mit der Sorge, ob er oder sie am Abend unverletzt nach Hause zurückkehrt. Trotzdem wird genau das für zu viele Kolleg:innen zur Realität.
Die jüngsten Schlagzeilen zeigen es deutlich: Gewalt gegen das öV-Personal ist Realität. Kaum vergehen ein paar Wochen, ohne dass neue Übergriffe auf Mitarbeiter:innen von Bahn- und Busunternehmen bekannt werden. Solche Übergriffe hinterlassen Spuren, noch lange danach.
Deshalb führen wir am 3. September erneut unseren Aktionstag gegen Gewalt durch. Nicht weil wir gerne Aktionen organisieren. Sondern weil Wegschauen keine Option ist. Wir wollen sensibilisieren, hinschauen und Verantwortung einfordern.
Wer Gewalt gegen das öV-Personal wirksam bekämpfen will, muss handeln: mit genügend Personal, Doppelbegleitungen und Unternehmen, die ihre Mitarbeiter:innen nach einem Übergriff nicht alleinlassen. Es mangelt nicht an Lösungen. Es mangelt jedoch allzu oft am Willen, Sicherheit konsequent zur Priorität zu machen und die nötigen Mittel dafür bereitzustellen.
Am Ende geht es um Menschen. Um Kolleginnen und Kollegen, die frühmorgens den ersten Zug begleiten, den Bus durch die Nacht fahren, am Schalter Auskunft geben oder als Gleisbauer:innen bei Hitze, Kälte und Regen dafür sorgen, dass der öffentliche Verkehr funktioniert.
Sie verdienen Respekt. Sie verdienen Schutz. Und sie verdienen die Gewissheit, nach ihrer Schicht gesund nach Hause zu ihren Familien zurückzukehren. Dafür kämpfen wir. Am 3. September. Und an jedem anderen Tag des Jahres. Stopp Gewalt. Mehr Respekt.
Kommentar von Barbara Keller, Vizepräsidentin SEV
Matthias Hartwich antwortet: Aktionsplan gegen Gewalt im öV
Am 8. Juli hat das BAV verschiedene Institutionen, worunter der SEV, zu einem runden Tisch eingeladen, um über einen nationalen Aktionsplan für mehr Sicherheit im öV zu sprechen. Hat dieser Runde Tisch etwas gebracht und wie geht es nun weiter?
Aus meiner Sicht ist der 8. Juli ein guter Auftakt gewesen. Die Einberufung eines Runden Tischs zur Sicherheit des Personals war eine der zentralen Forderungen des SEV am Tag der Unterzeichnung der erneuerten «Charta gegen Gewalt» am 25. November 2025. Deshalb haben wir es sehr begrüsst, dass das BAV tätig geworden ist.
Ich bin der festen Überzeugung, dass die Sicherheit des Personals – aber auch die der Kund:innen – im öV oberste Priorität haben muss. Jeder Übergriff ist einer zu viel. Um Wirkung zu erzielen, müssen alle Akteure gemeinsam handeln: Politik, BAV, Sicherheitsdienste (Transportpolizei, Transsicura), VöV, Unternehmen, Staatsanwaltschaften und natürlich auch die Gewerkschaft SEV.
Mit der Charta vom vergangenen Jahr haben wir ein Zeichen gesetzt, aber die Arbeit muss jeden Tag stattfinden. Wir als Gewerkschaft sind sehr interessiert an einem konstruktiven Dialog. Der Runde Tisch hat einen Massnahmenplan auf den Weg gebracht, und ab jetzt werden Arbeitsgruppen zu den verschiedenen Feldern tätig, mit kurz-, mittel- und langfristigen Aktivitäten: Prävention, Reaktion auf Vorfälle, Best Practices, Hilfe für Betroffene sind auf der Agenda. Unsere Kolleg:innen werden sich in den entsprechenden Arbeitsgruppen aktiv einbringen. Wir sind bereit.
Matthias Hartwich ist Präsident des SEV. Hast du Fragen an ihn oder an den SEV? Schreib uns an .
Hast du einen Kommentar oder eine Frage zum Artikel? Schicke eine Mail an den/die Autor:in oder an