BarBara Keller antwortet
Das Problem ist leider nicht vom Tisch

Am 3. September plant der SEV wieder einen Aktionstag gegen Gewalt und für mehr Respekt für das Personal. Warum ist dieser Aktionstag weiterhin nötig?
Weil die Lage nach wie vor alarmierend ist. Gemäss der polizeilichen Kriminalstatistik wurden im vergangenen Jahr praktisch gleich viele Tätlichkeiten gegen das öV-Personal registriert wie im Jahr zuvor. Das zeigt unmissverständlich: Das Problem ist nicht gelöst. Wir lassen nicht locker. Wir müssen die Reisenden weiterhin für die Thematik sensibilisieren und gleichzeitig den Druck auf Unternehmen und Behörden hochhalten, damit sie endlich ihrer Verantwortung gerecht werden.
Erfreulich ist, dass der von uns seit Langem geforderte runde Tisch im Sommer endlich stattfindet. Auf Einladung des Bundesamts für Verkehr kommen Vertreter:innen von Behörden, Transportunternehmen und verschiedenen Organisationen zusammen, um über Massnahmen gegen Gewalt im öffentlichen Verkehr zu diskutieren. Für uns ist besonders wichtig, den Betroffenen, den Opfern von verbaler oder physischer Gewalt, unseren Kolleg:innen, dort eine Stimme zu geben. Darauf werden wir insistieren.
Dort werden wir auch unsere Forderungen deponieren: mehr Personal für mehr Sicherheit; Doppelbegleitungen in Zügen; mehr Präsenz der Transportpolizei; die konsequente Meldung aller Übergriffe; verbindliche Nachbetreuung und psychologische Unterstützung für Betroffene; geschützte Fahrerkabinen, stille Alarme und wirksame Präventionsmassnahmen im Busbereich; Investitionen in Sicherheit statt zusätzliche Sparmassnahmen.
Barbara Keller ist Vizepräsidentin des SEV. Hast du Fragen an sie oder an den SEV? Schreib uns an .
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