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BLS

40 Stellen gestrichen

Die BLS streicht bis 2030 rund 40 Vollzeitstellen und schliesst sechs Reisezentren. Ursache sei der zunehmende Kostendruck im öffentlichen Verkehr. Der SEV kritisiert diesen Entscheid und erwartet, dass der Stellenabbau überprüft und sozial abgefedert wird.

In den kommenden zwei Jahren muss das Unternehmen je 5 Millionen Franken einsparen. Grund sei der Kostendruck von Bund und Kantonen, die nicht genügend Mittel sprechen. «Für den SEV sind Sparrunden im öV grundsätzlich der falsche Weg, weil der öV klimafreundlicher Zukunftsverkehr ist», sagt SEV-Gewerkschaftssekretarin Katrin Leuenberger, zuständig für die BLS. «Die geplanten Massnahmen fordern Opfer beim Personal, auch Kundinnen und Kunden bleiben nicht verschont. Die BLS muss zuerst alle anderen Möglichkeiten für Einsparungen konsequent prüfen und verfolgen. Wir erwarten von der BLS, dass sie Entlassungen verhindert und alles daransetzt, den Stellenabbau über natürliche Abgänge sozialverträglich aufzufangen.»

Bis 2030 plant die BLS die Schliessung von sechs Reisezentren. Betroffen sind die Standorte Weissenbühl, Seftigen, Hasle-Rüegsau, Ins, Münsingen und Zollikofen. Am Standort Zweisimmen überprüft die BLS die Zusammenarbeit mit der Montreux–Berner Oberland-Bahn (MOB). Bei weiteren werden die Öffnungszeiten reduziert. Dieser Abbau des Service public hat nicht nur direkte Folgen für die betroffenen Mitarbeitenden und die Kundschaft, sondern bedeutet auch eine Verarmung und Anonymisierung der betroffenen Bahnhöfe: Wenn kein Bahnpersonal mehr für Auskünfte vor Ort ist, nehmen Sachbeschädigungen zu, die Kundenbindung nimmt ab.

Weniger Sicherheit

Auf der Strecke Bern–Langnau–Luzern soll die ständige Begleitung nur noch sporadisch erfolgen und auf der Linie Spiez–Zweisimmen nur noch tagsüber gewährleistet werden. Das trifft Mitarbeitende und Kund:innen gleichermassen: «Die beschlossenen Massnahmen führen zu Verschlechterungen im Service für die Kund:innen und weniger Sicherheit in den Zügen. Spardruck darf nicht zulasten von Qualität und Sicherheit gehen», hält Marcel Burmeister, Gewerkschaftssekretär SEV, fest.

Das Lokpersonal arbeitet sehr unregelmässig, daher kommt der Dienstplanung grosse Bedeutung zu. Spart die BLS dort, führt dies zu mehr Stress und einer grösseren gesundheitlichen Belastung. Möglicherweise auch zu mehr Krankheitsfällen. Klar ist: Verschlechterungen bei der Dienstplanung sind der Attraktivität der BLS als Arbeitgeberin nicht förderlich.

Der SEV erwartet konkrete Garantien

Der SEV ist mit der BLS im Austausch. Er erwartet transparent Auskunft darüber, inwiefern Versetzungen und natürliche Abgänge genutzt und wie die verbleibenden Mitarbeitenden entlastet werden. Eine Chance stellt die Übernahme des Reisezentrums Thun von der SBB per Mitte 2027 dar. Aber diese neun Vollzeitstellen lösen nicht alle Probleme. Eines ist klar: Der SEV wird die Interessen ihrer Mitglieder konsequent vertreten und die nötigen Massnahmen ergreifen.

Magalie Caspard

Zentralvorstand BLS

Rund 40 Delegierte trafen sich am Dienstag, 3. September im Hotel Bern in Bern zur zweiten Sitzung des Zentralvorstandes (ZV) BLS 2026. Katrin Leuenberger, Gewerkschaftssekretärin und Leiterin der Verhandlungsgemeinschaft BLS erläuterte gemeinsam mit Marcel Burmeister, Gewerkschaftssekretär, den aktuellen Stand der Verhandlungen über die Weiterentwicklung des Lohnsystems BLS: «Ein Lohnsystem ist eine komplexe Geschichte, es in so kurzer Zeit zu begreifen und sich eine Meinung zu bilden verlangt den ZV-Delegierten viel ab.»

Die Anspannung im Saal ist gross. Am Nachmittag wird lebhaft und sehr kontrovers diskutiert, die Delegierten stellen relevante Fragen. Abschliessend findet ein Austausch über alle Bereiche und Berufsgruppen statt. Die intensive Diskussion über das Lohnsystem führt dazu, dass die Sitzung verlängert werden muss.

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