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Auf den Spuren von...

Hubert Koller, Elektromonteur

Der bisherige Werbeverantwortliche des Unterverbands BAU wurde von den BAU-Delegierten neulich als Vizezentralpräsident gewählt. Er tritt das Amt im Januar an und wird damit auch Mitglied des SEV-Vorstands. Der 51-jährige Mitarbeiter von SBB Infrastruktur engagiert sich seit Jahren in SEV und Personalkommission. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Hubi Koller in der Mittagspause der letzten GAV-Konferenz SBB/SBB Cargo, der er auch angehört.

«Hubi» Koller, wie er von seinen Kolleg/innen genannt wird, ging in Gaiserwald und Vilters SG zur Schule, machte eine vierjährige Lehre als Elektromonteur und arbeitete zwei Jahre als Temporärangestellter bei verschiedenen Unternehmen. Sein Pate, ein Betriebsdisponent, und sein Onkel, ein Lokführer, machten ihn darauf aufmerksam, dass auch die SBB Elektriker beschäftige und eine gute, sichere Arbeitgeberin sei. Im Stellenblatt, das sie ihm brachten, sah der 22-Jährige eine Stelle in Pfäffikon SZ. Er bewarb sich auch deshalb, weil SBB-Bauleute nur wenige Tage Militärdienst leisten mussten. Tatsächlich wurde er bei «Niederspannung und Fernmeldewesen» (heute Telecom) angestellt und machte fortan Unterhalt und Reparaturen an Elektro- und Telefonanlagen in Gebäuden und am Gleis. Die Arbeit gefiel wegen ihrer grossen Vielfalt ausgezeichnet, und weil er nie Chef werden wollte, ist er bis heute Elektriker an der Front geblieben.

Nur einmal, als die Chemie mit einem Vorgesetzten nicht stimmte, suchte er extern eine Stelle. Manche andere Firma bezahlte Fachhandwerker schon damals besser als die SBB... Prompt schlug man ihm einen Stellenwechsel mit Lohnerhöhung vor. Dass er blieb, hat er bis heute nicht bereut. Obwohl er in sieben Pikettwochen pro Jahr auch am Wochenende rund um die Uhr einsatzbereit sein muss. Und 10 bis 15 Prozent seiner Arbeit ist Nachtarbeit, Tendenz steigend. «Denn in der Nacht ist es einfacher, für Unterhaltsarbeiten und Ersatzinstallationen den Betrieb zu unterbrechen, ohne viele Reisende zu vergrämen.»

Wichtig: GAV und Weiterbildung

Doch die Anstellungs- und Arbeitsbedingungen der SBB findet Hubi Koller insgesamt gut, Nacht-, Wochenend- und Pikettarbeit wird anständig vergütet. «Den GAV haben wir schliesslich selber ausgehandelt.» Dieser ist denn auch sein Hauptargument für den Beitritt zum SEV, «nur den Vollzugskostenbeitrag zu bezahlen genügt nicht!» Neben weiteren guten Argumenten wie dem Rechtsschutz sei es für die Mitgliederwerbung vor allem unverzichtbar, auf die Kolleg/innen zuzugehen. Das wolle der BAU mit Standaktionen verstärkt tun.

Besonders wichtig findet Hubi Koller auch die Weiterbildung, die er bei der SBB positiv erlebt hat: Dank ihr konnte er mit der technischen Entwicklung Schritt halten. «Dazu trägt auch bei, dass wir immer wieder mal neue Anlagen installieren können.»

Wunsch an die Leitung

Hubi Kollers heutiges Telecom-Team Rapperswil zählt zehn Mitarbeiter inklusive Teamleiter. Dieser mache einiges richtig, habe z.B. in der Coronakrise rasch wirksame Schutzmassnahmen wie Desinfektionsmittel eingeführt. «Und er macht nicht jeden Sprung gleich mit.» Allzu oft in den letzten Jahren hätten neue Chefs Reorganisationen lanciert, bevor jene der Vorgänger umgesetzt waren. Vom neuen Divisionsleiter wünscht Hubi sich, dass er es besser macht, die Mitarbeitenden anhört und ihre Erfahrungen ernst nimmt.

Grossfamilie als Lebensschule

Hubi Koller war schon immer einer, der «den Mund aufmacht», wenn er etwas schlecht oder ungerecht findet. «Das liegt vielleicht daran, dass ich in einer Grossfamilie mit fünf Kindern früh lernte, dass man sich für seine Rechte wehren muss. Und dass Solidarität besser ist als Egoismus.» Schon in der Lehre liess er sich von zwei Arbeitskollegen für die Gewerkschaft SMUV werben. SEV-Mitglied wurde er dann wenige Tage nach dem Eintritt 1992 in die SBB, geworben vom damaligen Vorgesetzten. Der SEV sei damals im Baubereich strukturell noch stark zersplittert gewesen, die Fusion zum Unterverband BAU habe das Zusammengehörigkeitsgefühl der Berufsgruppen verbessert.

Hobbys

Weil Hubi Koller bei der Arbeit genug Bewegung hat, macht er es sich in der Freizeit im und ums Haus in Altendorf SZ gern gemütlich, neben Wanderungen mit seiner Frau und den Turnstunden in der Männerriege. Ein paar Jahre hat er das Fussballteam trainiert, in dem seine ältere, heute 19-jährige Tochter spielte. Als Fussballfan unterstützt er den FC St.Gallen im Hockey den HC Davos. Doch recht viel Zeit nimmt halt schon der SEV in Anspruch, neben der Peko. Danke, Hubi! Warum er sich das antut? «Weil es nötig ist, die Selbstkompetenz fördert und auch Spass macht!»

Markus Fischer
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Kommentare

  • Josef Bischof

    Josef Bischof10/09/2020 09:54:48

    Hubi
    guten Start und viele erfolgreiche Geschäfte wünscht Dir Dein Pate.

  • hubi koller

    hubi koller20/09/2020 20:19:38

    Danke für die guten Wünsche

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