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SBB Cargo

Kahlschlag sistieren!

«Nach dem Rückschlag im Jahr 2017 hat die Güterbahn nicht nur im ersten Halbjahr 2018 einen Gewinn verzeichnen können, sie schliesst auch gesamthaft das Jahr 2018 deutlich besser als im Vorjahr ab und ist wieder zurück in den schwarzen Zahlen», schreibt die SBB im zweiten Teil ihrer Medienmitteilung vom 18. Januar zur neuen, eigenständigeren unternehmerischen Ausrichtung von SBB Cargo (siehe Box). «Damit stabilisiert SBB Cargo AG ihr Ergebnis und steigert es bereits zwei Jahre vor der ursprünglichen Zielsetzung des Sanierungsplans markant. Die Zahlen zeigen, dass das aktuelle Sanierungs- und Weiterentwicklungsprogramm greift.»

«Erstens verniedlicht letztere Bezeichnung den im Frühjahr 2018 angekündigten Kahlschlag, und zweitens ist die Ergebnissituation 2018 schon wieder in akzeptable Bandbreiten zurückgekehrt, bevor der unverhältnismässige Abbau eine wesentliche Wirkung entfalten konnte», stellt SEV-Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn klar. «Damit wird deutlich, dass Andreas Meyer als Verwaltungsratspräsident von SBB Cargo mit seiner Abbaustrategie weit übers Ziel schoss. Er reagierte mit diesem Kurzschluss auf ein Krisenjahr mit Special effects und löste damit bei SBB Cargo eine unnötige Hysterie aus. »

Bis zum Jahr 2023 wollte Meyer von 2200 Cargo-Vollzeitstellen (Stand im März 2018) 800 Stellen abbauen sowie von 344 Bedienpunkten 170 «überprüfen» bzw. schliessen. Der SEV warnte bereits im März 2018, dass dieser unverhältnismässige Abbau kaum abschätzbare Folgen für die zukünftige Entwicklung und Positionierung von SBB Cargo haben würde. Und verlangte die sofortige Sistierung der Umsetzung, bis ein neuer Verwaltungsrat eine neue zukunftsträchtige Strategie entwickelt hat. Diese Forderung unterstützten auch über 90 Nationalratsmitglieder mit der Motion Hadorn 18.305 «Denkpause und keine Missachtung der Eignerauflagen durch die SBB und SBB Cargo».

«Die neuen Finanzzahlen zeigen, dass bei SBB Cargo keinerlei dringender Handlungsbedarf für eine ‹Hauruck›-Neupositionierung bestand und besteht», sagt Hadorn. «Der SEV wird den Prozess einer allfälligen Neupositionierung gerne mitentwickeln. Das verkehrspolitische Ziel für SBB Cargo bleibt, dazu beizutragen, dass in der Schweiz möglichst viel Güterverkehr auf der Schiene abgewickelt wird. Zudem soll SBB Cargo als gesunde, gut geführte Unternehmung ihren Mitarbeitenden längerfristig gute, soziale Anstellungs- und Arbeitsbedingungen bieten.»

Fi

 

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