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SBB-Transportpolizei

Transportpolizei: Erfolgreiche Intervention

Der TPO-Stützpunkt im Hauptbahnhof Zürich wurde anfangs 2018 nach Altstetten verlegt. Für einige Mitarbeitende bedeutet dies ein längerer Arbeitsweg. Der SEV konnte für diese Angestellten nun einen kleinen Erfolg erzielen.

Im 2017 hat die SBB-Transportpolizei (TPO) ihren Umzug vom Hauptbahnhof Zürich nach Zürich-Altstetten bekannt gegeben. Der grösste TPO-Stützpunkt der Schweiz ist nun seit diesem Jahr verlegt. Der SEV hat sich zu diesem Entscheid sehr kritisch geäussert und ein Sicherheitsrisiko für Reisende und SBB-Personal am grössten Bahnhof der Schweiz moniert (kontakt.sev Nr.11/2017).

Erfolgreiche Intervention

Im Zusammenhang mit diesem Umzug und damit verbundenen allfällig längeren Arbeitswegen für die Mitarbeitenden erfolgte im Februar dieses Jahres eine Intervention durch den SEV bei der SBB. Diese Intervention veranlasste die SBB, die Situation zu hinterfragen und aus rechtlicher Sicht erneut zu beurteilen.

Die Leistungen bei Versetzung an einen neuen Arbeitsort werden im GAV SBB im Anhang 3 geregelt. In Artikel 3, Absatz 3 ist unter anderem festgehalten, dass bis zum Wohnortswechsel, maximal während eines Jahres, die Hälfte des zusätzlichen Arbeitsweges als Zeitzuschlag an die Arbeitstour angerechnet wird.

Im Zuge von ersten Abklärungen war man der Ansicht, dass durch die Verschiebung des Stützpunktes von Zürich-HB nach Zürich-Altstetten keine Leistungen im Sinne des genannten Artikels fällig werden. Weitere Abklärungen haben in der Zwischenzeit ergeben, dass die SBB den längeren Arbeitsweg nun wie folgt vergütet: Allen Mitarbeitenden, deren Touren nicht mehr ab Zürich-Hauptbahnhof sondern ab Zürich-Altstetten starten und die dadurch einen längerer Arbeitsweg haben, wird rückwirkend per 1.1.2018 für die Dauer eines Jahres ein Zeitzuschlag von 7 Minuten auf die geleisteten Touren gutgeschrieben. Die Gutschrift erfolgt jeweils per Anfang Folgemonat durch den Einteiler.

Mit diesem Entscheid konnte der SEV erwirken, dass das betroffene Personal zumindest für die Begleitumstände etwas entschädigt wird.

Ein weiterer Abgang

Nachdem der Leiter der Region Romandie seinen Posten im Juni abgegeben hat, folgt nun bereits der nächste Abgang: TPO-Kommandant Jürg Monhart verlässt das Unternehmen per sofort, sein bisheriger Stellvertreter Anton Emmenegger übernimmt ad interim die Leitung.

Der SEV hofft, dass bei der TPO nun bald Ruhe einkehren wird und das Personal wieder mehr Stabilität erhält.

SEV/chf

Der Personalmangel der TPO in Genf wird zunehmend problematisch. Mit dem aktuellen Perso- nalbestand ist es z.B. kaum mög- lich, die Aufträge für die SBB und diejenigen für die TPG sicherzustellen. Vor allem bei den Wo- chenend-Nachtzügen in der Gen- fersee-Region fehlt das Sicherheitspersonal massiv. Verschärft wird die Situation noch durch die schlechte Personalzufriedenheit: Gemäss einer SEV-Personalumfrage bei der TPO denkt 82% des TPO-Personals in der Romandie über eine Kündigung nach.

Kostendeckende Sicherheit?

Nichtsdestotrotz will die SBB ihre Transportpolizei kostendeckend gestalten, was nicht möglich ist. Denn Sicherheit hat ihren Preis. Sie steht an oberster Stelle und darf nicht der Profitgier zum Opfer fallen!

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