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Konsortium für die Schifffahrt auf den Tessiner Seen nimmt den Betrieb auf

Endlich wieder Arbeit für die Schiffsleute des Lago Maggiore

Mit dreimonatiger Verspätung ist das neue Konsortium der Schiffsbetriebe von Langensee (NLM) und Luganersee (SNL) unter Leitung der SNL am Palmsonntag auf dem Langensee doch noch gestartet. Etwa 20 der ursprünglich 32 Ex-Angestellten der NLM sind weiter dabei, die andern orientieren sich beruflich neu. Die Gewerkschaften wollen mit der SNL möglichst bald einen GAV aushandeln.

Der Betrieb beginnt wieder, der Kampf ist noch nicht vorbei…

Es war kein Beginn mit Korkenknallen. Und es begann mit den gleichen Schiffen, die in den letzten Jahren oft genug kritisiert worden waren, und mit einem reduzierten statt einem ausgebauten Angebot. Garantiert ist im Moment nur die Verbindung Locarno–Magadino, aber nicht diejenige zu den Brissago-Inseln. In Eile hatte das Konsortium die ehemaligen NLM-Mitarbeitenden noch ärztlich untersuchen lassen. Und einer hat zum Dienstbeginn noch keine Uniform… Zwar war im letzten Moment noch Mass genommen worden, aber die Lieferung hatte nicht mehr rechtzeitig geklappt. Doch jetzt wollen wir starten, die Segel setzen und den Betrieb entwickeln.

Allerdings wird es laut SNL-Sprecher Davide Bartolini seine Zeit dauern, bis im Schweizer Seebecken wieder alle bisherigen Leistungen gefahren werden. Obwohl für den Aufbau des Konsortiums genügend Zeit zur Verfügung stand seit dem Ende des Streiks im letzten Sommer. Oder seit Verkehrsministerin Doris Leuthard im Mai 2016 mit ihrem italienischen Amtskollegen Graziano Delrio die Absichtserklärung unterschrieb, die die bilaterale Kooperation zur Förderung der Schifffahrt auf dem Langen- und Luganersee neu regelte.

GAV-Verhandlungen wann?

Die Schiffsleute waren immer bereit, ihren Beitrag zu leisten, und sind es noch immer. Sie wissen, dass es unmöglich ist, mit so wenig Personal den Service public aufrecht zu erhalten und das touristische Angebot zu verbessern. An der «Beschäftigungsfront» muss noch etwas gehen, um das Versprochene erreichen zu können. Die Gewerkschaften haben die SNL-Leitung längst kontaktiert und aufgefordert, mit ihnen die GAV-Verhandlungen aufzunehmen, welche die Tessiner Regierung ihnen in der Vereinbarung zur Beendung des Streiks vom 16. Juli 2017 zugesichert hatte. Der neue Vertrag soll ab 1.Januar 2019 gelten.

Mit dem Streik haben die ehemaligen NLM-Angestellten die Weiterbeschäftigung beim Konsortium und den gleichen Lohn für 2018 erreicht. Die Lohndifferenz zwischen dem tieferen SNL-Gehalt und jenem bei der NLM wird mit 200000 Franken vom Kanton und 50000 Franken von der Stadt Locarno ausgeglichen.

Angelo Stroppini/pan.

Kommentare

  • Bresolin

    Bresolin 08/04/2018 12:03:21

    Ottimi scritti per informare i cittadini sulla difficile situazione nel ambiente di lavoro in Ticino. .

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